„Jetzt in Reichweite“
Gasanlage brennt: Kiew attackiert tief in Sibirien
Der Ukraine ist ein weiterer Schlag gegen die russische Öl- und Gasindustrie gelungen, diesmal tief in Sibirien: Kampfdrohnen explodierten bei einer petrochemische Anlage in Tobolsk. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte neue Angriffe im Hinterland an.
Die Auswirkungen des Angriffs auf Tobolsk sind verheerend. Die Drohnenattacke löste mehrere Brände aus, Feuer und dunkle Rauchsäulen sind kilometerweit zu sehen. Berichten zufolge wurde die Gastrennungsanlage des riesigen Komplexes getroffen, in dem jährlich bis zu acht Millionen Tonnen Erdgas verarbeitet werden.
„Frieden ist notwendig“
Tobolsk liegt mehr als 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, östlich des Uralgebirges in Sibirien. „Jetzt liegt diese Region in Reichweite unserer Tiefenangriffe“, erklärte Selenskyj dazu am Montagabend. Er kündigt weitere Fernangriffe an, die Russland verdeutlichen sollen, „dass Frieden notwendig ist“.
Fotos und Videos in sozialen Medien zeigen die großen Brände in der Anlage:
Dieselpreise gestiegen
Die verstärkten Angriffe der Ukraine auf Raffinerien in Russland haben immer stärkere Auswirkungen auf die Treibstoffpreise. Am Montag stiegen die Dieselpreise in Europa und den USA beträchtlich. Die europäischen Raffineriemargen für Diesel legten um fast zehn Prozent zu. Der Terminkontrakt für ultraschwefelarmen US-Diesel kletterte um 7,4 Prozent auf 4,19 Dollar pro Gallone (Das entspricht 1,04 Euro für einen Liter). Es war der größte Anstieg seit dem 13. Juli.
Zuvor war eine ukrainische Attacke auf die Raffinerie des Tatneft-Konzerns in der russischen Region Tatarstan, 1000 Kilometer östlich von Moskau bestätigt worden. Bei dem Drohnenangriff auf die Stadt Nischnekamsk kamen den dortigen Behörden zufolge 13 Menschen ums Leben. Dutzende weitere wurden verletzt. Die Raffinerie gehört zu den modernsten in Russland und war bereits Anfang Juni angegriffen worden. Im Jahr 2024 produzierte sie 8,5 Millionen Tonnen Diesel.
Angriffe entziehen Markt Treibstoffe
Auch der wieder aufgeflammte Konflikt im Jemen schlug sich in den Preisen nieder. Die jemenitische Houthi-Miliz hatte am Sonntag die Raffinerie in Dschisan in Saudi-Arabien mit einer Salve aus Drohnen attackiert. Nach einem früheren Beschuss war die Anlage bereits seit Ende Juli geschlossen. Die Vorfälle in Russland und Saudi-Arabien hätten dem Markt erhebliche Mengen an Diesel entzogen, erklärte Bob Yawger, Analyst beim japanischen Konzern Mizuho.









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