Die ÖFB-Verteidiger Stefan Posch und Kevin Danso wollen von möglichen Rechenspielen vor dem abschließenden WM-Gruppenspiel am Sonntag (4.00 Uhr MESZ) gegen Algerien nichts wissen. Mit einem Remis wären beide Teams praktisch sicher weiter, Österreich definitiv als Gruppenzweiter.
Auf diesen würde im Sechzehntelfinale wohl Spanien warten. Dem könnte man mit einer knappen Niederlage entgehen. Unter welchen Bedingungen man trotzdem aufsteigen würde, ist bei Spielbeginn bekannt.
„Wollen gewinnen“
Die Österreicher wollen sich davon in keiner Weise beeinflussen lassen. „Wir gehen ins Spiel einfach so, dass wir es gewinnen wollen“, betonte Posch bei einem Medientermin am Dienstag im ÖFB-Camp in Santa Barbara. „Wir sind alle Sportler, Fußballer. Ich kann nicht in ein Spiel gehen und sagen, heute gehen wir rein und verlieren. Das funktioniert ja nicht. Das hat keiner von uns jemals gemacht und wird es auch nie machen. Deswegen stellt sich für uns da gar keine Frage.“
Ob es gut ist, dass man als allerletzte im Einsatz befindliche Gruppe die genaue Konstellation der aufsteigenden acht von zwölf Dritten und damit auch den weiteren Spielplan kenne, wollte Danso nicht beurteilen. „Ich weiß nicht, ob es ein Vorteil sein wird. Ich werde versuchen, das wegzublenden und einfach so reinzugehen wie in jedes Spiel, um das Spiel zu gewinnen.“
Kein Vergleich mit „Schande von Gijon“
Mit dem Thema der „Schande von Gijon“, als sich Österreich und Deutschland bei der WM 1982 mit einem Nichtangriffspakt auf ein 0:1 geeinigt hatten und auf Kosten von Algerien beide aufstiegen, könne er etwas anfangen, versicherte Posch. Inwiefern das auch auf die kommende Partie gegen die Algerier zutreffen könnte, bei dem wohl beiden Teams ein 0:0 reichen würde? „Gar nicht“, antwortete der Mainz-Profi.
Algeriens 2:1-Sieg gegen Jordanien habe ein Großteil der ÖFB-Kicker am Montagabend im Teamhotel gemeinsam verfolgt. Die Nordafrikaner drehten das Spiel durch zwei Tore nach Eckbällen. Beim Auftakt gegen Argentinien (0:3) habe man bereits „gesehen, dass Algerien eine sehr gute, griffige und technisch starke Mannschaft hat“, meinte Posch. „Wir müssen mit dem Ball mutig sein, Chancen kreieren und genauer sein im letzten Drittel – einfach Gefahr ausstrahlen.“ Damit haben sich die Österreicher im Turnierverlauf bei aller Qualität im Spiel gegen den Ball noch schwer getan.
Dansos Präsenz und Einwürfe
Danso kennt viele algerische Spieler noch aus seiner Zeit in Frankreich bei Lens. „Wir wissen, dass sie technisch eine sehr gute Mannschaft sind, offensiv auch. Wir müssen da einfach dagegenhalten und sehr gut verteidigen“, meinte der 27-Jährige. „Wir müssen gut gegen den Ball sein, versuchen zu Null zu spielen. Wenn wir das machen, können wir das Spiel auch gewinnen.“
Er selbst hatte am Montag einen großen Teil dazu beigetragen, dass die ÖFB-Auswahl das Duell mit Argentinien (0:2) so lange offengehalten hatte. Dabei hatte Danso erst in diesem Spiel Philipp Lienhart als Nebenmann von David Alaba in der Startformation abgelöst. „Ich bin sehr zufrieden und will immer spielen. Ich will immer meine Leistung bringen, egal wie viele Minuten es sind“, betonte der Tottenham-Profi, der gegen Argentinien erstmals in diesem Jahr im ÖFB-Team durchgespielt hatte.
Großer Konkurrenzkampf
„Ich weiß, dass der Konkurrenzkampf zwischen allen Innenverteidigern bei der Nationalmannschaft groß ist“, sagte Danso. 34 Länderspiele hat der gebürtige Steirer bisher für Österreich absolviert. Einer seiner Vorzüge sind auch die weiten Einwürfe, die fast wie Flanken daherkommen. „Es kann auf jeden Fall eine Waffe sein. Ich weiß nicht, woher das kommt. Ich konnte das schon immer, in sehr jungen Jahren.“ In seiner Schulzeit in England hatte Danso dann auch drei Jahre Rugby gespielt.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.