„Nicht entscheidend“

Fünf Prozent des Diesels der EU kommen aus Nahost

Wirtschaft
23.06.2026 20:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Österreich hat seine Reserven bei Erdgas, Kerosin und Diesel im Mai wieder aufgestockt. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Die Gasspeicher seien derzeit ungefähr zur Hälfte voll, bei Diesel seien die Bestände um ein Drittel gestiegen. Dieser komme im Regelfall gar nicht aus dem Nahen Osten.

Auch bei der Versorgung mit Kerosin und Rohöl zeichne sich kein Engpass ab, hieß es weiter. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) erinnerte daran, dass die Regierung die strategische Gasreserve um zwei Jahre bis 2029 verlängert habe. Damit hätten Betriebe und Haushalte Sicherheit in „geopolitisch unsicheren Zeiten“. Zu der guten Versorgung würden die Raffinerie Schwechat (Niederösterreich), stabile Importwege und die strategische Reserve über rund 90 Tage beitragen.

Vom heimischen Diesel werden ungefähr 70 Prozent importiert, wichtigstes Herkunftsland ist Deutschland. Dort läuft die Produktion laut dem Ministerium derzeit ohne Einschränkungen. Der Persische Golf sei für die Dieselversorgung aber für die gesamte EU weniger entscheidend, da nur fünf Prozent dieses Treibstoffes aus der umkämpften Region stammen. „Die ausgefallenen Diesel-Importe konnten kompensiert werden, wodurch kein Mangel zu erwarten ist“, heißt es dazu.

Kerosinverbrauch gesunken
Bei Kerosin werden rund 95 Prozent des Verbrauchs direkt im Inland erzeugt. Im Mai lag der Verbrauch zudem unter dem mehrjährigen Schnitt. Zu Öl heißt es: „Trotz des deutlichen Nachfragerückgangs bei Rohöl und Raffinerieprodukten schwinden die globalen Reserven weiterhin in Rekordgeschwindigkeit, nicht jedoch in Österreich.“ Die EU habe für Juni und Juli keinen Mangel an Rohöl oder Erdölprodukten erkannt. Allerdings stammen 15 bis 20 Prozent des EU-Verbrauchs aus dem Persischen Golf, Ersatzlieferungen aus den USA und Nigeria kompensierten bisher nur ungefähr die Hälfte der ausgefallenen Mengen.

Sollte die Straße von Hormuz bis Jahresende geschlossen bleiben, „sinken die kommerziellen Lagerbestände bis Sommerende stark, die europäischen Kerosin-Notreserven wären rechnerisch bis Jahresende erschöpft“, prognostizierte das Wirtschaftsministerium.

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