Forschung zu Biologika

Beim Pharmakonzern Takeda wackeln 200 Jobs in Wien

Wien
23.06.2026 19:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der japanische Pharmakonzern Takeda plant, zahlreiche Stellen in Österreich zu streichen. Laut Berichten wackeln 200 Jobs, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung von Biologika in Wien. Die Firma selbst teilte mit, noch keine konkrete Zahl nennen zu können. Gespräche für einen Sozialplan seien im Gange.

„Der Fokus liegt auf der Standardisierung und Vereinfachung von Arbeitsweisen, um Ressourcen effektiver zu priorisieren“, teilte das Unternehmen mit. Im Juni hatte die Managerin Julie Kim den Vorstandsposten übernommen. Sie wolle „die Wettbewerbsfähigkeit stärken, das langfristige Wachstumsprofil verbessern und weiterhin einen verlässlichen Zugang zu lebenswichtigen Therapien gewährleisten“, hieß es. Man wolle sicherstellen, „für das heutige Umfeld und die Zukunft gut aufgestellt“ zu sein.

Takeda hat in Österreich mehr als 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Wien sollen die Forschungsarbeiten „grundsätzlich fortgesetzt“ werden. Der Pharmakonzern forscht zum Beispiel zur Entwicklung von Biologika und plasmabasierten Therapien für seltene und komplexe Erkrankungen. Ursprünglich war ein Life-Science-Labor in der Seestadt Aspern im 22. Wiener Bezirk geplant, das erst im Mai fertiggestellt wurde. Nun ist fragwürdig, ob es noch in Betrieb genommen wird. Man wolle die Räumlichkeiten und Laborinfrastruktur untervermieten beziehungsweise bestenfalls übergeben, teilte der Konzern mit.

FPÖ: „Rekordsteuerquote und ausufernde Bürokratie“
„Gerade dort, wo hochqualifizierte Arbeitsplätze und neue Therapien entstehen sollten, werden nun Jobs abgebaut und Investitionen infrage gestellt“, sagte GPA-Wien-Geschäftsführerin Bettina Wucherer in einer Aussendung. Die Gewerkschaft riet Betroffenen, sich beraten zu lassen, um zu ihren Ansprüchen zu kommen.

Die FPÖ sprach von einem „standortpolitischen Versagen der schwarz-rot-pinken Regierung“. „Takeda ist nur das jüngste Beispiel in einer langen Kette von Unternehmen, die Österreich den Rücken kehren oder ihre Investitionen lieber im Ausland tätigen. Kein Wunder, bei dieser Rekordsteuerquote, der ausufernden Bürokratie und den explodierenden Energiekosten (...)“, sagte Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm.

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