Es wird täglich heißer: Bis zu 38 Grad sind am Wochenende in der Steiermark möglich. Besonders ältere Menschen leiden häufiger unter Hitzenotfällen. Wie sich Pflegeheime vorbereiten und wo hilfsbedürftige Menschen Schutz finden.
Die Hitzewelle hält an. Schon am Mittwoch sind laut Ubimet-Meteorologe Christoph Matella 28 bis 32 Grad in der Steiermark möglich, am Donnerstag 29 bis 34 Grad, am Freitag 30 bis 36 Grad. Gleichzeitig sinkt die Gewittergefahr, es wird sonnig und trocken. Am Wochenende sind dann sogar bis zu 37 oder 38 Grad möglich. „Der steirische Hitzerekord für den Juni von 37,3 Grad aus dem Jahr 2019 könnte damit geknackt werden“, sagt Matella. Die Hitze macht allen zu schaffen. Doch manchen Gruppen, wie älteren Personen, ganz besonders. Laut Rotem Kreuz sind sie öfter von Hitzenotfällen betroffen. Pflegewohnheime sind jetzt gefordert.
Kühlende Getränke, Eis und leichte Kost
Die SeneCura-Gruppe, die in der Steiermark 20 Langzeitpflegeeinrichtungen betreibt, weist auf ein „umfassendes Hitzeschutzkonzept“ hin. Es werde versucht, „durch Kühl- und Beschattungsmaßnahmen die Hitze möglichst nicht in das Gebäude dringen zu lassen“. Für die Bewohner stehen kühlende Getränke, Eis und leichte Ernährung am Plan.
Bei der Volkshilfe, die in der Steiermark 24 Pflegeheime betreibt, setzt man ebenso auf leichte Kost, sowie auf regelmäßiges Lüften oder Aktivitäten im Freien nur in den kühleren Morgenstunden. Grundlage ist der Hitzeschutzplan des Landes, dessen Maßnahmen man in allen Einrichtungen umsetzt. Klimaanlagen setzt die Volkshilfe „sorgfältig“, aber nicht flächendeckend ein. „Eine starke Klimatisierung kann das Risiko von Atemwegsbeschwerden erhöhen und viele ältere Menschen reagieren auf Zugluft sehr empfindlich“, heißt es auf Nachfrage.
Abgedunkelte Räume und Kompressen
Die Caritas setzt in ihren 15 steirischen Pflegewohnhäusern ebenso auf leichte Mahlzeiten und Stoßlüften morgens und nachts, tagsüber werden die Räume abgedunkelt. „In einzelnen Häusern stehen Klimaanlagen zur Verfügung, Ventilatoren können unterstützend eingesetzt werden“, so die Pressestelle. Bei den Bewohnern wird öfter die Kleidung gewechselt, kühlende Anwendungen wie Kompressen oder Gels kommen zum Einsatz, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr wird geachtet. „Einige unserer Bewohner empfinden Hitze als belastend. Während manche ihre Beschwerden klar äußern, zeigen andere eher indirekte Anzeichen wie Unruhe oder Müdigkeit.“ Trotz bewährter Konzepte stoße man auch auf Herausforderungen, etwa bei baulichen Gegebenheiten ohne umfassende Klimatisierung oder bei lang anhaltenden Hitzeperioden ohne ausreichende nächtliche Abkühlung.
Darunter versteht man etwa einen Hitzschlag oder einen Sonnenstich. Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, hochroter Kopf, erhöhte Körpertemperatur, Schwindel, Schüttelfrost oder Krämpfe.
Schutzräume und politische Debatte
Die Caritas öffnet im Übrigen ihre Notschlafstelle Arche 38 während Hitzezeiten tagsüber von 9 bis 15 Uhr. Und die klimatisierte Bahnhofsmission (eine Anlaufstelle für obdachlose Menschen) in Graz bietet täglich Schutz von 9 bis 17 Uhr. Isotonische Getränke und Duschmöglichkeiten stehen dort bereit. Die Hitze war zuletzt auch Thema im Landtag. Laut Grünen leiden sozial benachteiligte Menschen besonders unter der Hitze. Sie fragten Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) nach konkreten Plänen. Er sah keine Zuständigkeit des Sozialressorts.
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