Gaza, Westjordanland

UNO wirft Israel bewusste Tötung von Kindern vor

Außenpolitik
23.06.2026 15:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Israels Behörden und Sicherheitskräfte sollen im Gaza-Krieg und im Westjordanland bewusst palästinensische Kinder getötet haben. Das geht aus einer Untersuchungskommission der UNO hervor. Allein im Gaza-Krieg seien etwa 30 Prozent der Todesopfer Kinder gewesen, heißt es.

Der Bericht umfasst das palästinensische Gebiet, einschließlich Ost-Jerusalem, und Israel. Es geht um den Zeitraum nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023. Laut dem Untersuchungsergebnis wurden palästinensische Kinder nicht nur während des Gaza-Kriegs bewusst getötet, sondern auch noch nach der Waffenruhe ab Oktober 2025. Die israelischen Streitkräfte sollen etwa Munition mit großer Sprengkraft und Waffen mit Flächenwirkung in dicht besiedelten Wohngebieten eingesetzt haben. „Dies deutet darauf hin, dass solche Angriffe, bei denen Kinder in so hoher Zahl getötet wurden, beabsichtigt waren“, teilte die Untersuchungskommission mit. Die israelischen Streitkräfte würden die Zivilbevölkerung der palästinensischen Gebiete als Ganzes mit der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen in Verbindung bringen.

Der Vorsitzende der Kommission, Srinivasan Muralidhar, sagte, dass Israel durch das Angreifen von Kindern die Fähigkeit des palästinensischen Volks untergrabe, zu existieren und seine Zukunft zu bestimmen. Darüber hinaus blockiere Israel Hilfe mit Nahrungsmitteln und Medikamenten, was zu vermeidbaren Todesfällen führe, heißt es im Bericht. Das Überleben von Neugeborenen sei durch Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen erschwert, Fehlgeburten hätten zugenommen.

Misshandlung von Buben in Haft
Im Westjordanland stellte die Kommission eine starke Zunahme der Gewalt durch israelische Siedlerinnen und Siedler gegen palästinensische Kinder fest. Zudem gebe es Massenverhaftungen von Kindern und Jugendlichen, diese würden gefoltert und seien sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Insbesondere palästinensische Buben in Gefängnissen werden laut dem Bericht systematisch misshandelt. Bereits in einem früheren Bericht vom September hatte die UNO-Kommission gesagt, dass Israels Regierungsmitglieder zu diesen Taten anstiften würden.

Israel: „Werden bedroht“
Israels Regierung wies die Vorwürfe „mit größter Entschiedenheit“ zurück. Der Bericht ignoriere die „brutalen Taktiken der Hamas“ und den Kontext der „ständigen terroristischen Bedrohung“ im Westjordanland, auf den die israelischen Sicherheitskräfte reagierten. Israels Behörden würden Impfungen und die Einreise von medizinischem Personal in den Gazastreifen ermöglichen sowie Feldlazarette errichten. Das würde alles unerwähnt bleiben.

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