Schrecklicher Verdacht in einer Wiener Klinik: Nach einer anonymen Anzeige geriet ein früherer Mitarbeiter des Spitals ins Visier der Justiz. Es geht um Todesfälle während seiner Nachtschichten zwischen November 2025 und Jänner 2026.
Nach mehreren Todesfällen in seinen Nachtschichten zwischen November 2025 und Jänner 2026 ging gegen einen diplomierten Krankenpfleger eine anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien ein. Der Vorwurf: Der um die 40 Jahre alte Mann soll als beschuldigter Serientäter sechs Patienten während seines Diensts mit einer Überdosis des Medikaments Vendal getötet haben.
Der verdächtige Pfleger ist auf freiem Fuß
Es handelt sich dabei um ein starkes Schmerzmittel mit Morphium, das im Akutfall angewendet wird – und bei Überdosierung zu tödlicher Atemlähmung führen kann. Der Pfleger darf dieses Medikament bei Bedarf verabreichen. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte der „Krone“ Ermittlungen. Der Verdächtige sei aber nicht in Untersuchungshaft.
Er dürfte postalisch darüber informiert worden sein, dass er unter sechsfachem Mordverdacht steht. „Mein Mandant ist unschuldig und sehr schockiert über die schweren Vorwürfe. Er vermutet, dass eine Racheaktion dahintersteckt“, sagt sein Anwalt Sascha Flatz.
Mein Mandant ist unschuldig und sehr schockiert über die schweren Vorwürfe. Er vermutet, dass eine Racheaktion dahintersteckt.

Anwalt Sascha Flatz
Bild: Eva Manhart
Pietätloser Vorfall mit Leiche
Wie „Krone“-Recherchen ergaben, ist der Verdächtige nicht mehr in der Klinik tätig. Es dürfte zu einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses gekommen sein. Warum? Offenbar hatte es zuvor in dem Spital einen pietätlosen Vorfall mit einer Leiche gegeben. Auch Zeugenaussagen dürften den Krankenpfleger belasten.
Was sind die nächsten Schritte? Es wurden Gutachten beauftragt – ein Sachverständiger soll anhand der vorliegenden Unterlagen und der Krankenakten prüfen, ob es tatsächlich Hinweise auf Unregelmäßigkeiten betreffend des Todes der Patienten gibt. Die Beweislage dürfte mau sein – zumal offenbar mehrere der verstorbenen Patienten eingeäschert worden sind.
Ähnliche Causa wurde eingestellt
Der Fall erinnert an die Vorwürfe gegen eine Pflegerin im November 2025, der vorgeworfen wurde, einer Krebspatientin in der Klinik Favoriten eine tödliche Überdosis Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht zu haben. Diese Ermittlungen wurden im Frühjahr eingestellt.
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