Purkersdorfs Bürgermeister Stefan Steinbichler hört überraschend auf mit der Politik. Seine Nachfolgerin soll Jasmin Klemmer-Schlögl werden. Der „Krone“ hat er erzählt, was er jetzt vorhat.
Völlig überraschend drang die Nachricht über den Rücktritt des roten Purkerdorfer Ortschefs Stefan Steinbichler schon am Sonntagabend durch: „Die Gründe sind aber rein persönlich“, beteuert er am Montag. Eine 50- bis 60-Stunden-Woche, inklusive zwei Firmen, und „eine Familie, die ich liebe“ waren zu viel des Guten. All diesen Dingen möchte er sich nun wieder mehr widmen.
„Wenn man regelmäßig Entscheidungen fällen muss, etwa ob ich zum Gemeinderat oder zur 50er-Feier meines besten Freundes gehe, dann muss man irgendwann einen Schlussstrich ziehen“, erzählt Steinbichler – selbst 51 - im „Krone“-Gespräch. Obwohl der emotionale Abschied aus der Politik schwer fällt. Ein letztes Mal als Bürgermeister sei er am Montag durchs Rathaus gegangen: „Und da sind schon Tränen geflossen.“
Schlögl-Tochter als Nachfolge
Steinbichler übernahm 2018 das Amt von seinem Vorgänger Ex-Innenminister Karl Schlögl. Seit Ende den 1980er-Jahren stellt in der Gemeinde die SPÖ den Bürgermeister. Immerhin 27 Jahre hielt Karl Schlögl dieses Amt inne. Im Kabinett von Bundeskanzler Klima war Schlögl von 1997 bis 2000 Innenminister. Auch Steinbichler spricht am Montag von Schlögls Tochter als seine Nachfolgerin. Jasmin Klemmer-Schlögl ist seit den Gemeinderatswahlen 2025 Stadträtin für Bildung, Familien, Gesundheit und Frauen. „Ich bin sicher, dass sie es gut machen wird“, sagt ihr nunmaliger Vorgänger.
„Möchte immer 100 Prozent geben“
Der SPÖ wird Steinbichler aber nach wie vor treu bleiben, ebenso der örtlichen Feuerwehr. Auf mehr Zeit mit seiner Familie freut er sich besonders, seine Kinder seien gerade im Teenager-Alter. In beiden Firmen, wo er Geschäftsführer ist, möchte er den Mitarbeitern mehr Aufmerksamkeit schenken. Es seien eben lauter kleine Bausteine gewesen, die einen Rücktritt immer günstiger machten. „Ich bin halt kein Politiker, sondern einfach ein Purkersdorfer, der immer 100 Prozent geben möchte.“
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