Junge Tüftlerinnen aus Graz gewannen mit ihrem Projekt bei einem großen Uni-Wettbewerb. 43 Teams nahmen teil. Die Siegeridee: eine flexible Notunterkunft für Umweltkatastrophen.
Die Schülerinnen des Grazer BG/BRG Carnerigasse warten im Chemielabor gespannt auf das Interview. Zu dem Zeitpunkt wissen Susanne (17), Phelea (17), Elena (16), Katja (17) und Mia (16) noch nicht, dass sie beim Schüler-Ideenwettbewerb „Wundermaschine der Zukunft“ gewinnen werden. Die TU Graz ruft jedes Jahr zu dem Wettbewerb auf.
Neuer Teilnehmerrekord
43 Teams nahmen heuer teil, ein neuer Rekord. Die Einreichungen samt Video, Modell und Konzept kamen von steirischen Schulen und darüber hinaus. Mit „Nubuk“, einer „Notunterkunft bei Umweltkatastrophen“, fuhr das Carneri-Gymnasium dann am Montag tatsächlich den Sieg ein.
„Es geht darum, für akute Probleme einen Lösungsansatz zu finden“, sagt Phelea. Schnell stand das Thema fest. „Durch den Klimawandel nehmen die Umweltkatastrophen weltweit zu“, erklärt Katja. Das beschäftigt die Schülerinnen, die schon selbst erlebt haben, wie schnell es auch in Graz zu Überschwemmungen kommen kann.
Ich bin sehr stolz auf die Schülerinnen. Sie haben viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Ich schaue, dass ich nur als Coach fungiere.

Indira Kopačić
Lehrerin
Bild: Christian Jauschowetz
Sieg mit Notunterkunft
Anschaulich erklärt Susanne das Modell, das in der Schule und in vielen motivierten Stunden in der Freizeit entwickelt wurde: „Die selbst entfaltende Notunterkunft ist leicht mit Hubschrauber oder Lkw zu transportieren, sodass sie in Krisengebieten schnell genutzt werden kann und Schutz bietet.“ Es gibt Modelle für verschiedene Szenarien (eines mit eigener Verankerung im Boden, ein hitzeresistentes etc.). Die jungen Frauen würden sich freuen, wenn ihre Idee Realiät wird. „Es wäre cool, wenn wir so Leuten in Notsituationen helfen könnten“, sagt Mia. Die Notunterkunft benötigt keine externe Stromversorgung und verursacht nur geringen logistischen Aufwand.
Die Fachjury wurde jedenfalls schon überzeugt. Lehrerin Indira Kopačić berichtete Montagnachmittag: „Die Schülerinnen können es gar nicht glauben, dass sie gewonnen haben. Sie sind total überwältigt!“
KI-Flussreiniger, günstige Prothesen, autonome Schienentaxis
Der zweite Platz ging an den „Prototyp einer bionischen Handprothese“ aus dem OeAD-Vorstudienlehrgang der Grazer Universitäten und Hochschulen (VGUH). Das Projektteam möchte funktionale Armprothesen günstiger und zugänglicher machen. Den dritten Platz belegen sowohl das Grazer BG/BRG Seebacher (mit dem „Murwächter“, einem KI-gestützten System zur automatisierten Reinigung der Mur) und die Polytechnischen Schule Mistelbach (mit „Flexrail Next“). Das Konzept eines autonom fahrenden Schienentaxis soll die Mobilität im ländlichen Raum verbessern.
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