Ein sattes halbes Jahr ist es nun her, dass die Expertenkommission unter Raiffeisen-General Erwin Hameseder ihre Vorschläge zur Verlängerung des Wehrdienstes auf acht Monate plus zwei Monate Miliz-Übungen vorgelegt hat. Doch die Umsetzung lässt noch immer auf sich warten, obwohl Verteidigungsministerin Klaudia Tanner nach wie vor hofft, die Reform mit Jahresbeginn 2027 in Kraft setzen zu können.
EINERSEITS wird ständig der Teufel an die Wand gemalt – und das auch im Kreise der Regierungsparteien –, wonach Österreich früher oder später von Russland überfallen werden würde.
ANDERERSEITS ist den beiden kleineren Regierungsparteien, also den Sozialdemokraten und den NEOS, offenbar parteipolitisches Hickhack wichtiger als die Sicherheit des Landes, die sie ja nach eigener Bekundung so bedroht sehen.
Die NEOS hätten wohl am liebsten eine Berufsarmee, die möglichst schnell in die NATO eingegliedert werden sollte. Und in den Reihen der SPÖ träumt man offenbar noch immer von Kreiskys seinerzeitigem Wahlkampf-Schlager „Sechs Monate sind genug“! Und überdies sträubt man sich gegen die Verlängerung des Zivildiensts, die es im Hameseder-Vorschlag auch geben soll.
Und so droht unser Bundesheer und damit die militärische Landesverteidigung insgesamt ein weiteres Jahr, oder gar länger, das Stiefkind der Republik zu bleiben.
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