In Kolumbien hat der Rechtspolitiker Abelardo de la Espriella die Präsidentschaftswahl gewonnen. Der 47-Jährige, der von US-Präsident Donald Trump unterstützt wurde, setzte sich knapp gegen den linken Gegenkandidaten durch.
De la Espriella kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent, der Senator Iván Cepeda auf 48,7 Prozent. Die Überprüfung aller Wahlprotokolle stand zunächst noch aus.
Der Wahlsieger de la Espriella ist von der Bewegung Defensores de la Patria (Verteidiger des Vaterlandes) und Anwalt. Er will unter anderem bewaffnete Gruppen mit militärischer Gewalt bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen. Die Präsidentschaftswahl in Kolumbien wurde von der schlimmsten Gewaltwelle des Landes seit einem Jahrzehnt überschattet. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensschluss zwischen der Regierung und der vormals mächtigen Guerillaorganisation FARC sind in Kolumbien weiterhin viele bewaffnete Gruppen aktiv.
„Ich habe die Eier“
De la Espriella wurde zuletzt wiederholt öffentlich von US-Präsident Donald Trump unterstützt. „Ich habe gerade vor ein paar Minuten mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gesprochen. Er hat seine Unterstützung, seine Anerkennung unseres Siegs zum Ausdruck gebracht“, sagte der frisch gekürte Wahlsieger. Er habe „die Eier“, um das Land „mit harter Hand“ zu regieren. Im Wahlkampf hatte der 47-Jährige angekündigt, eine 90-tägige Militärkampagne gegen Drogenbanden zu führen. Dafür will er sich militärische Unterstützung von den USA und Israel holen.
Kolumbien war lange Zeit der wichtigste Partner der Vereinigten Staaten in Südamerika, wurde im vergangenen Jahr aber von der Trump-Regierung als Land eingestuft, das seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht erfülle.
Der Gegenkandidat Cepeda hat im Wahlkampf unter anderem versprochen, zentrale Projekte der Petro-Regierung fortzuführen, darunter mehr finanzielle Unterstützung für Arme. Ungefähr 41 Millionen Menschen sind in Kolumbien wahlberechtigt.
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