Jetzt ist Erntezeit! Familie Schreiber im Weinviertler Poysdorf beherbergt die meisten Marillensorten in ganz Österreich. Doch die süßen Früchte lechzen nach genügend Regen während der Hitzewelle.
Aus den europaweiten Marillen-Bestellungen der Familie Schreiber liest man raus: Österreicher mögen es ganz orange, Briten eher in satten Rottönen. Ganz egal, wie speziell die Wünsche sind – die Schreibers haben vermutlich einen Großteil davon im Sortiment. Im oberen Weinviertel züchtet der Betrieb seit Generationen Obst.
Eine Arche Noah für die rarsten Früchtchen
Angefangen hat Familienoberhaupt Robert Schreiber schon vor mehr als 30 Jahren mit den rot-orangen Früchten. Aber Marille ist nicht gleich Marille. „Mein Vater probiert gerne neue und kuriose Sorten aus“, verrät Sohn Dominik Schreiber. Mit herzerwärmender Leidenschaft kümmern sich die Schreibers um Dutzende Obstbäume, die allesamt verschiedene Bedürfnisse und Reifezeiten haben.
Was die Marillen betrifft, gedeihen in den Gärten zwischen 30 und 40 verschiedene Sorten. „Insgesamt haben wir aber bestimmt 100 ausprobiert – nicht jede funktioniert auch in unserem Klima.“
Zu wenig Niederschlag bisher
Dabei werden die Früchte gerade erst so richtig reif. Vor knapp zehn Tagen hat Dominik die ersten Früchte vom Ast gepflückt. Durch die Sortenvielfalt wird bis September geerntet. Im sonnenverwöhnten Weinviertel ist man aber immer früher dran als in der Wachau. Dafür sind Vater und Sohn auch durch ganz Europa gereist.
„Schönheitsideal“ unter den Marillen
Einer der frühesten Sorten „Tsunami“ stamme zum Beispiel eigentlich aus Frankreich. Unter Obstbauern werden ihr die Eigenschaften „sehr attraktiv“ und „kräftig orangerot“ zugeschrieben – ein „wahres Schönheitsideal unter den Marillen“, lächelt Sohn Dominik. Eine riesige Version davon steht vor dem Eingang des Obsthofes. „Aber der Regen fehlt uns heuer wieder besonders“, bedauert der Obst-Experte. Während es in ganz Österreich stürme und schütte, bleibe es in Poysdorf oft trocken.
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