Der Bundespräsident wird es in einer Kantine verfolgen, der Sportminister im Wiener WUK, die Rechnungshofpräsidentin beim Public Viewing in Innsbruck und der Bundeskanzler im Stadion von Dallas an der Seite des ÖFB-Präsidenten: Das Spiel David gegen Goliath, Österreich gegen Fußball-Weltmeister Argentinien.
Nach dem Auftaktsieg gegen Jordanien hat sich Aufbruchstimmung breitgemacht. Das ganze Land fiebert mit, wenn am kommenden Montag Arnautovic & Co. gegen Lionel Messi antreten. Wirtschaftsflaute und Teuerung, politisches Hick-Hack und Spaltung sind für kurze Zeit vergessen. Das Land ist geeint in der Hoffnung, dass bitte ein Wunder geschehen möge. Oder zumindest ein Unentschieden.
80.000 Fans jubelten letzten Mittwoch im mächtigen Bay-Area-Stadium von San Francisco mit unserer Mannschaft und ihrem Trainer Ralf Rangnick. Ein Sieg made in Austria. Die nicht sehr Fußball-affinen Amerikaner trauten ihren Augen nicht. Wo kamen plötzlich so viele Austrians her? Gute Frage bei Kartenpreisen ab 350 Dollar und 25 Dollar für ein Bier.
„Fußball ist wie Liebe“, sagte der Autor und bekennende Fußball-Fan Franzobel einmal. „Eine übergroße Sehnsucht, ein ewiges Hoffen und Bangen.“ Und auch das Gefühl der Kleinheit, auf die wir immer wieder zurückgeworfen werden.
Aber nicht beim Spiel gegen Argentinien. Hier zählt es schon als großer Erfolg, gegen die beste Mannschaft der Welt überhaupt anzutreten. Motto: Wir haben zwar praktisch keine Chance, aber die werden wir nutzen!
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