„Ist es schlimmer oder sind Lehrer nur empfindlicher geworden? Zu meiner Schulzeit waren wir schließlich auch keine Engel.“ Meine Nachbarin konnte sich nicht erklären, weshalb die Zahl der Suspendierungen an Österreichs Schulen in diesem Jahr ein Rekordhoch erreichte. Eine berechtigte Frage: Gewalt, Mobbing, gefährliche Drohungen waren mir als Schülerin auch schon bekannt. Als Lehrerin wurde ich häufiger damit konfrontiert, gerade während meiner Zeit an einer Favoritner Mittelschule.
Im darauffolgenden Gespräch musste ich zugeben: Es ist tatsächlich schlimmer geworden. Die Zunahme der Gewaltvorfälle an Schulen zeigt deutlich, wie viele Problemfelder es mittlerweile gibt. Wenn Kinder und Jugendliche nicht gelernt haben, Konflikte mit Worten zu lösen und keiner zu Hause ist, der ihnen tatsächlich zuhört, schlagen und mobben sie oder verletzen sich selbst. Lehrer können hier nur begrenzt helfen.
Erstens sind wir keine Therapeuten, zweitens ist die Anzahl der hochgradig aggressiven Schüler in den letzten Jahren gestiegen. Suspendierungen sind keine Lösung und auch kein Ersatz für dringend benötigte Sozialarbeiter. Sie sind eine Maßnahme, um Mitschüler, aber auch Lehrpersonal, vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen.
Lehrer wünschen sich dringend weitere Maßnahmen. Nach einiger Zeit sind diese „Systemsprenger“ nämlich meist wieder in den Klassen. Leider, ohne dass sich irgendetwas verändert hätte.
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