Tipps zum reich werden

Kursrekord: So profitieren auch Sie vom Börsenboom

Wirtschaft
20.06.2026 06:00

Die Wiener Börse erlebt derzeit einen historischen Lauf. Der heimische Leitindex ATX kletterte diese Woche auf ein neues Allzeithoch von über 6500 Punkten. Während die Kurse explodieren, sitzen die Österreicher aber weiterhin auf einem riesigen Berg Bargeld. Wiener-Börse-Chef Christoph Boschan gibt „Krone“-Lesern drei einfache Tipps, wie auch Sie vom Börsenboom profitieren können – und das ganz ohne Zocker-Mentalität.

Angetrieben wird der Höhenflug des ATX unter anderem von internationalen Konjunkturhoffnungen und technologischen Mega-Trends. Ein absolutes Glanzlicht ist dabei der steirische Leiterplatten-Hersteller AT&S. Das Unternehmen rüstet sich mit milliardenschweren Investitionen in Malaysia für den Künstliche-Intelligenz-Boom.

(Bild: Krone KREATIV)

Die spektakuläre Performance
Die Aktie von AT&S schoss innerhalb eines Jahres um über 1200 Prozent nach oben. Wer also vor einem Jahr 10.000 Euro in AT&S investierte, konnte daraus mehr als 120.000 Euro machen.

Weitere Top-Performer im ATX: FACC, RBI, Voestalpine, Erste Group, Porr und Bawag, die alle Kursgewinne zwischen 60 und über 180 Prozent verzeichneten.

(Bild: Krone KREATIV)

Börse-Chef Christoph Boschan macht aber auch eines deutlich: Trotz des Booms sind wir beim Thema Aktien viel zu zurückhaltend. Nur 17 Prozent des österreichischen Privatvermögens ist in Aktien und Fonds veranlagt, während fast 350 Milliarden Euro als Bargeld und Einlagen auf den Konten schlummern – mit schlechten oder keinen Zinsen. Das sei nicht nur eine verpasste Chance für die Bürger, sondern auch eine „ungenutzte Wachstumsreserve für Österreich“, so Boschan.

Drei goldene Regeln: So gelingt der Einstieg
Damit Anleger vom Börsenboom profitieren, ohne in die typischen Fallen zu tappen, empfiehlt Boschan drei einfache Grundsätze.

Regel 1: Früh anfangen und langfristig durchhalten
Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer früh beginnt und regelmäßig spart, wird über Jahrzehnte mit einem exponentiellen Vermögenswachstum belohnt. Die Modellrechnung: Bei einer durchschnittlichen Rendite von acht Prozent pro Jahr, die die wichtigsten Börsen-Indizes langfristig erzielen, wird aus einer monatlichen Sparrate von 100 Euro in 30 Jahren ein Vermögen von über 135.000 Euro, obwohl man selbst nur 36.000 Euro eingezahlt hat.

Wiener-Börse-Chef Christoph Boschan gibt Tipps für die Geldanlage.
Wiener-Börse-Chef Christoph Boschan gibt Tipps für die Geldanlage.(Bild: Zwefo)

Regel 2: Breit streuen – mit ETFs
Statt auf einzelne Aktien zu setzen, sollten Anleger ihr Risiko verteilen. Ideal sind dafür ETFs (Exchange Traded Funds, haben geringe Spesen) auf weltweite Indizes wie den MSCI World. Diese Fonds bilden hunderte oder tausende Unternehmen ab und streuen das Risiko maximal. Der Vorteil, so Boschan: „Langfristig betrachtet ist die Weltwirtschaft immer gewachsen.“

Regel 3: Regelmäßig investieren – auch in Krisen
Hier kommt der Cost-Average-Effekt zum Tragen. Wer jeden Monat den gleichen Betrag investiert, kauft automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse in Krisenzeiten niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. So glättet man Kursschwankungen und muss sich keine Gedanken über den perfekten Einstiegszeitpunkt machen. „Wenn die Kurse niedrig sind, freue ich mich, dass ich mehr kaufen kann“, so der Börsen-Profi.

Die wichtigste Botschaft Boschans: „Time in the market beats timing the market“ – also einfach dabeibleiben, anstatt auf den perfekten Moment zu warten.

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