Projekt auf der Alm

Bergbahner: „Wir bauen auch kein Disneyland!“

Salzburg
21.06.2026 07:00

Basis für Energie im Winter, Erholung pur für Familien im Sommer: Auf der Loferer Alm in Salzburg wird die Speicherteich-Zone durchdacht genutzt. Schon bald sollen auf dem Kraftplatzerl Kinder ausschwärmen. Der Bergbahnenchef über Klischees und die Vereinbarkeit von Natur und Tourismus. 

Noch wird auf 1350 Meter Seehöhe gebaggert und gehämmert: Doch es zeigt sich schon jetzt, dass der Speicherteich „Almsee“ auf der Loferer Alm auch im Sommer viel Charme hat. Gleich angrenzend zum See, der von 40.000 Kubikmetern auf ein Fassungsvermögen von 127.000 Kubikmetern mehr als verdreifacht wurde, entsteht ein Spieleparadies. Von der Wippe bis zu einer Kneipp-Zone ist alles aus Holz gebaut.

„Wir sind keine böswilligen Naturzerstörer und bauen auch kein Disneyland“, will Bergbahnen-Chef Josef Aichhorn mit Klischees aufräumen. Ihm sei der funktionierende Lebensraum wichtig. „Wir leben ja alle hier.“

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Wir wissen, dass wir als Bergbahner im Umgang mit der Natur auch viel Verantwortung haben. Das nehmen wir auch sehr ernst.

Josef Aichhorn, Bergbahnenchef

Für die Teicherweiterung wurden alle Umwelt-Auflagen eingehalten – und die seien streng, manchmal auch ein wenig zu streng, meint Aichhorn. „Wir haben Tausende Frösche umgesiedelt und verschiedene Biotope gebaut.“ Insgesamt sei der Lebensraum der Tiere sogar vergrößert worden. Im Frühjahr ist im See immer noch Froschlaich zu finden.

Gespeist werden die beiden Beschneiungsteiche in Lofer – weiter oben gibt es noch den Marmorsee – ausschließlich von natürlichen Zuflüssen. Aufwendige Pumpvorgänge vom Tal hinauf gibt es in Lofer nicht.

Symbolisch am Baggern: Josef Aichhorn, Bergbahnenchef
Symbolisch am Baggern: Josef Aichhorn, Bergbahnenchef(Bild: Kerstin Jönsson)

Deutlich stärker ist in der Gewichtung der Saisonen immer noch der Winter mit rund 260.000 Erstzutritten bei der Bahn. Im Sommer sind es knapp 90.000 Gäste. Lofer ist vor allem bei Familien und Genuss-Skifahrern beliebt. Aichhorn: „Wir liegen strategisch gut. Es ist nach Salzburg, in den Flachgau oder auch in den bayrischen Raum nicht weit.“

Ohne Beschneiuung wäre das Angebot längst nicht mehr zu halten. „Wir bieten Abenteuer und Infrastruktur für jene, die für lange Touren nicht fit genug sind.“

Aussichts- und Konzertbühne: Die Arbeiten laufen noch.
Aussichts- und Konzertbühne: Die Arbeiten laufen noch.(Bild: Kerstin Jönsson)

Großer Teich ist nicht für Schwimmer geöffnet
Noch ist der Spiele-Teich „Lofi‘s Wasseralm“ in Bau. Schon in zwei Wochen sollen sich hier aber kleine Gäste auf einer 40 Zentimeter tiefen Wasserfläche austoben können. Der große See wird nicht für Schwimmer geöffnet. „Da gibt es zu viele Hürden“, so Aichhorn. Badeaufsicht, die Kontrolle der Wasserqualität – das alles sei zu aufwendig.

Dafür soll der See auch für Konzert-Klänge nutzbar werden. Drei Konzerte sind im Sommer auf der neuen „Seebühne von Lofer“ geplant.

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