Tunnelgegner

Grubenlaufkäfer ist die große Hoffnung der Bürger

Salzburg
28.01.2026 14:00

Seit Jahren kämpfen die Bürgerinitiativen im Flachgau gegen den geplanten knapp 17 Kilometer langen Bahntunnel der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Auch nach dem positiven Umweltbescheid für das Milliardenprojekt geben die Flachgauer Bürger nicht auf und wollen bis in die letzte rechtliche Instanz weiter vorgehen.

Der geplante Bahntunnel durch den Flachgau ist seit vielen Jahren höchst umstritten. Gerade die von der Baustelle betroffenen Bürger in Köstendorf und der näheren Umgebung kämpfen gegen das Projekt an. Daher musste es in den vergangenen Jahren öfters umgeplant werden. Zwei Deponiestandorte wurden wegen geschützter Tiere abgeschmettert, die Abfuhr des Aushubmaterials per Bahn beschlossen. Jetzt hegen Tunnelgegner mit dem geschützten Grubenlaufkäfer die letzte Hoffnung, um den Bau tatsächlich noch stoppen zu können.

„Wie wir gesehen haben, zählen Tiere mehr als Menschen“, sagt Thomas Neff von der Bürgerinitiative „Bahntunnel Flachgau betroffene Bürger“. Nachdem zehn Beschwerden vom Infrastrukturministerium abgewiesen worden sind, bringt Neff jetzt Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht ein. In den geschützten Grubenlaufkäfer, der sich in der Nähe der großen Baustelle befindet, setzen er und seine Mitstreiter jetzt die größten Hoffnungen. „Vor allem vor dem Europäischen Gerichtshof“, erklärt Neff. Bis zur letzten rechtlichen Instanz wollen die Tunnelgegner gehen, bestätigen sie am Mittwoch.

Sorge um Wasser
Große Sorgen bestehen bei den Flachgauern auch nach dem positiven Umweltbescheid weiterhin bei der Wasserversorgung durch die Schleedorfer Platte, welche beim Tunnelbau zerschnitten wird. „Das ist der Wasserspeicher für 40.000 Menschen und 100.000 Tiere“, erklärt Neff. Zu ungewiss ist für ihn der Ausgang nach dem Bau. Auch Lärm, Dreck und Staub während der 15 Jahre langen Bauzeit seien ein Problem.

„Wir sind nicht gegen den Ausbau der Bahn, aber dieser Tunnel ist sinnlos“, ist der Schleedorfer überzeugt und fügt hinzu: „Da gibt es dann vier Gleise. Vor und nach dem Tunnel sind es aber nur zwei.“ Wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betonen, ist das nicht richtig. Nach dem Tunnelportal in Kasern gehen zwei Gleise Richtung München und zwei Gleise Richtung Süden. Bei Neumarkt teilen sich die Gleise zur Weststrecke und zur Mattigtalbahn auf.

Neben dem Grubenlaufkäfer rechnet sich die Initiative auch wegen der CO₂-Problematik noch Chancen beim Europäischen Gerichtshof aus. „Dazu gibt es keine Berechnungen“, so Neff. „Erfahrungswerte aus dem Erarbeitungsprozess für das Zielnetz 2040 zeigen, dass ÖBB-Vorhaben im Durchschnitt innerhalb eines 40-jährigen Betrachtungszeitraums ab Inbetriebnahme ca. das zehnfache der im Zuge der Errichtung der Anlagen angefallenen Treibhausgas-Emissionen durch ihre Verkehrsverlagerungswirkung einsparen“, heißt es von den ÖBB dazu. Neff rechnet damit, dass die Einsprüche beim Bundesverwaltungsgerichtshof in den nächsten zwei Jahren entschieden werden. Wirklichen Stress gibt es da keinen. Die ÖBB haben den Projektstart, wie berichtet, erst einmal um zwei Jahre verschoben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt