Der eingewechselte Johan Manzambi ist bei der WM für die Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina beim 4:1 mit seinen zwei Toren zum Mann des Abends avanciert. Dem 20-jährigen Offensivspieler gelang am Donnerstag in Los Angeles zum ersten Mal in seiner Karriere ein Doppelpack. Und das auf der größtmöglichen Bühne überhaupt. Dementsprechend überschwänglich wurde der erfolgreiche Joker gefeiert. Eine Startplatzgarantie erspielte er sich vorerst aber noch nicht.
„Ehrlich gesagt, es ist unglaublich. Vor den Fans, vor meiner Familie und in einem unglaublichen Stadion zwei Tore bei der WM zu schießen, ist ein Kindheitstraum“, sagte Manzambi. Gut 70 Minuten lang waren die Schweizer gegen Bosnien zwar mehrheitlich in Ballbesitz, agierten im letzten Drittel jedoch zu wenig entschlossen. Der nach 72 Minuten eingetauschte Manzambi verkörperte dann genau das, was dem Spiel der Eidgenossen bis dahin gefehlt hatte: Witz, Wucht und eine gewisse Unberechenbarkeit.
Er sei einzig mit dem Wunsch aufs Feld gegangen, seinen Teamkollegen zu helfen, so der in Genf aufgewachsene Manzambi. Der Trainer habe ihm einige taktische Anweisungen gegeben, ihm aber auch gesagt, er solle einfach zeigen, was in ihm stecke. „Ich denke, ich habe das so gut wie möglich getan.“
Viel Lob, aber ...
Teamchef Murat Yakin war voll des Lobes für den Freiburg-Legionär, der vor einem Jahr in der Nationalmannschaft debütiert hatte. „Johan ist ein typischer Straßenkicker“, sagte Yakin. Einer, der mit seinen Dribblings und Abschlüssen stets für Torgefahr sorgen könne. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben.“
Trotzdem möchte er dem Youngster vor dem Duell um den Gruppensieg gegen Kanada in der kommenden Woche keine Startelf-Garantie geben. Ob er es sich wirklich leisten könne, einen solchen Spieler nicht von Beginn an aufzustellen, wurde Yakin gefragt. „Johan ist ein unglaublicher Fußballer, aber defensiv fehlt ihm manchmal die nötige Disziplin“, sagt der Trainer. „So wie er den Gegner beschäftigt, beschäftigt er ab und zu auch seine eigenen Mitspieler.“
Die französische Sportzeitung „L‘Équipe“ hatte Manzambi im Vorfeld als einen von fünf jungen Spielern erkoren, die zur Überraschung des Turniers werden könnten. Nun hat er seine erste Duftmarke hinterlassen: Die Tore zum 1:0 und 3:0 erzielte er selbst, und beim Treffer dazwischen war er am Ursprung der Aktion beteiligt. Er wurde daraufhin zum Mann des Spiels gewählt. Und natürlich wird das Interesse an ihm weiter wachsen. Sein Wert liegt laut der Fachseite Transfermarkt nach einer starken Saison für Freiburg mit sieben Toren und neun Vorlagen in 47 Spielen bereits jetzt bei 50 Millionen Euro.
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