




In seiner Berufsmusikerkarriere war er oft im Flugzeug zu Gigs unterwegs; im Mai ist Robert Gruber von seinem Wohnort in Brasilien nach Österreich geflogen, um bis 15. August bei den Burghofspielen in Friesach das Brandner Kaspar-Ensemble mit Saxophon und Gitarre zu begleiten.
Ein für Kärntner Vereine eher ungewöhnliches Bild gab es schon bei der Jahreshauptversammlung der Burghofspiele Friesach: Während die meisten Mitglieder am regnerischen Apriltag beieinander saßen, war eines per Internet zugeschaltet: Robert Gruber saß – im kurzen Leiberl – in seinem Wohnort Maringá in Brasilien.





Seit Mai ist er in Friesach – mit Saxophon, Gitarre, in Brasilien geschriebenen Arrangements und Vorfreude auf die Premiere von „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“. „Ich bin gern mit dem Theaterensemble zusammen“, so Gruber, denn die leidenschaftlichen Darsteller erinnern ihn an seine Bandkollegen, an seine Zeit als Profimusiker.
Pop, Rock, Blues haben es dem Weltenbummler angetan
Der gebürtige Straßburger war ja schon mit zehn Jahren nach Graz ins Internat gegangen, hatte nach der Matura Musik und Englisch studiert, aber nie an einer Schule unterrichtet, denn Robert Gruber zog es als Musiker in die Welt. Als Saxophonist, Querflötist und Keyboarder war er mit verschiedenen Formationen im Tourbus oder im Flugzeug unterwegs. „Wir haben in großen Clubs, in denen beispielsweise Falco gespielt hat, gastiert. Wir haben in ganz Europa die Top 40 gespielt“, erinnert sich Gruber, der bei den „Rusty Nails“ mit den Opus-Musikern Günter „Mucki“ Grasmuck und Kurt „Kusche“ Plisnier großartige Auftritte erlebt hat und auf Opus-Platten als Studiomusiker zu hören ist.
Meine Frau Claudia ist immer hinter mir gestanden, auch heute, daher bin ich ein paar Monate bei den Burghofspielen und fliege dann zurück nach Brasilien.
Robert Gruber, in Brasilien lebender Friesacher Burghofspieler
In der Schweiz hat er seine nunmehrige Frau Claudia, eine gebürtige Brasilianerin, kennengelernt, das 20 Jahre währende, unstete Musikerleben aufgegeben und einen „normalen Job“ in der IT-Welt angenommen.
In Friesach, wo Roberts Eltern mittlerweile leben, lernte er die Burghofspieler kennen, konnte als Leiter des Technikteams und Arrangeur gewonnen werden – und heuer als Live-Musiker; gemeinsam mit Felix Lintschinger auf der Quetschen. „Ich habe ja zuvor mit Theater nicht viel zu tun gehabt. Ich habe manchmal was angeschaut. Aber wie das so ist vor der Premiere und hinter Bühne, das war mir nicht klar“, so Robert Gruber, der auch im Vereinsvorstand der Burghofspiele aktiv ist.
Premiere feiert die Komödie „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“ am Mittwoch, 24. Juni (20.30 Uhr), auf der Burghofbühne am Petersberg. Karten bei allen Ö-Ticket-Stellen und an der Abendkassa.
Die zweite Vorstellung (Freitag, 26. Juni, 20.30 Uhr) spielen die Burghofspieler für die Feuerwehr! Der gesamte Reinerlös dieser Vorstellung kommt der Freiwilligen Feuerwehr Friesach zugute, die im neuen Rüsthaus auch neues Equipment benötigt.

24 Vorstellungen von „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“ locken bis 15. August auf den Petersberg, auf die mit 25 Meter Breite und 16 Meter Tiefe größte Bühne Kärntens – so seit 1950 Theater gespielt wird.
Heuer unterhält der Traditionsverein mit „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“, einer 2017 uraufgeführten Komödie von Wolfgang Maria Bauer. Das Stück baut auf den Volkstheater-Klassiker „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ auf – auf der Geschichte, in welcher der Wilderer Brandner Kaspar den Tod mit Kirschgeist betrunken macht und ihm beim Kartenspielen 18 weitere Lebensjahre abluchst. Doch diese Geschichte, welche die Burghofspiele 2013 sehr erfolgreich gezeigt haben, ist nicht Voraussetzung für die Unterhaltung in der heurigen Saison.
In Bauers Fortsetzung ist es dem mittlerweile gestorbenen Brandner langweilig: „An ganzn Tag immer nur Paradies – des hält koaner aus.“ Durch das himmlische Fernrohr sieht er auf der Erde Anzeichen für ein bevorstehendes Verbrechen, das er unbedingt verhindern will. Mit dem Boandlkramer und dessen Karren macht er sich auf den Weg, doch es läuft nicht alles nach Plan...
Als Brandner Kaspar ist heuer wie schon 2013 Wilfried Popek zu sehen; Günther Herbst wird in dieser Saison zum Boandlkramer. Ein Tanzensemble unter der Leitung von Chiara Pichorner sorgt im Himmel für fetzige Moves. Die Inszenierung von Michael Eybl verspricht lebendige Szenen im Himmeslcafé, Lachtränen und Momente, die berühren und den einen oder anderen Zuschauer wohl denken lassen: Wenn es nach dem Tod so gemütlich und lustig zugeht, dann wird das im Himmel a feste Gaude werden!
Spieltermine: 24. Juni (Premiere) und 26. Juni (Vorstellung für die Feuerwehr); 1., 3., 8., 10., 15., 16., 17., 22., 23., 24., 29., 30. und 31. Juli sowie am 1., 5., 6., 7., 8., 12., 13., 14. und 15. August; jeweils um 20.30 Uhr auf der Burghofbühne am Petersberg in Friesach.
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