Bürgermeister Ludwig und Wirtschaftskammer-Präsident Ruck haben jetzt elf konkrete Leuchtturmprojekte für den Wirtschaftsstandort Wien präsentiert – von einer neuen IT-Schule über ein Robotik-Labor bis hin zu ehrgeizigen Plänen für ein eigenes Großrechenzentrum. Wien will KI-Hauptstadt werden.
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck haben am Dienstag eine gemeinsame Zukunftsvereinbarung unterzeichnet. Elf sogenannte Leuchtturmprojekte sollen Wien in den nächsten Jahren als Wirtschafts-, Bildungs- und Technologiestandort voranbringen. Ludwig machte dabei den Spagat deutlich, vor dem die Stadt steht: „Die große Herausforderung ist, auf der einen Seite Sparmaßnahmen zu setzen, auf der anderen Seite aber auch budgetären Spielraum zu schaffen, um Investitionen in die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt vorzunehmen.“
Neue IT-HTL für 600 Schüler am Wienerberg
Das Herzstück der Vereinbarung ist die Vienna Digital School – eine neue IT-HTL im 12. Bezirk. Im Vollausbau sollen dort 600 Schüler ausgebildet werden, jährlich rund 100 Absolventen den Abschluss in Händen halten. Eröffnung: frühestens im Schuljahr 2029/30. Auf dem Lehrplan stehen Künstliche Intelligenz, IT-Security, Robotik, Data Science und Green IT. Ruck hob dieses Projekt besonders hervor: „Sie soll dringend benötigte Fachkräfte in den Bereichen Informationstechnologie und Digitalisierung ausbilden.“ Ludwig ergänzte: „Damit schaffen wir Chancen für Unternehmen, Beschäftigte und die nächste Generation.“
Robotik-Labor und Wien als Metropolregion
Ebenfalls fixiert ist ein Robotik-Labor auf 1000 Quadratmetern – ein urbanes Kompetenzzentrum für Schulen, Hochschulen und Betriebe, das Zugang zu moderner Industrie- und Robotiktechnik bietet. Parallel will Wien seine Rolle als regionale Drehscheibe ausbauen: Gemeinsam mit Budapest, Bratislava, Prag und Ljubljana soll eine Metropolregion entstehen, die im europäischen Standortwettbewerb mithalten kann. Ruck sieht dort enormes Potenzial: Die beteiligten Städte kämen auf rund zehn Millionen Einwohner und ein Wirtschaftsvolumen in der Größenordnung des österreichischen BIP.
Wiens Plan B: Ein eigenes Großrechenzentrum
Auch das Thema KI-Infrastruktur steht auf der Agenda. Wien war ursprünglich als Standort für eine EU-geförderte KI-Gigafactory im Gespräch – doch aus Brüssel kommt wenig Bewegung. Ludwig zieht deshalb eine Eigeninitiative in Betracht: „Wenn es da kein Modell gibt, das für uns sinnvoll umzusetzen ist, werden wir eigenständig ein Großrechenzentrum in Wien in die Wege leiten.“ Interesse aus Budapest, Prag und Ljubljana sei bereits signalisiert worden.
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