„Zu viele Tote“

Trump „nicht glücklich“ über Israels Libanon-Krieg

Außenpolitik
16.06.2026 15:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Krieg im Libanon gilt als eine der größten Hürden für das Rahmenabkommen im Iran-Krieg. Die israelische Regierung hat am Montag festgehalten, weiterhin mit Truppen im Land zu bleiben, solange eine Bedrohung von dort für Israel ausgehe. US-Präsident klopft nun seinem Verbündeten im Nahen Osten auf die Finger und erklärt: „Ich bin nicht glücklich damit, wie Israel sich verhalten hat.“

Israel kämpfe schon „zu lang“ gegen die Hisbollah und „zu viele Menschen werden getötet“, sagte Trump zu dem Krieg, bei dem im Libanon etwa 3800 Menschen getötet und etwa 11.700 weitere verletzt wurden. „Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah“, mahnte Trump am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian zu einem verantwortungsvollerem Handeln.

US-Präsident Donald Trump bereitet Israels Krieg im Libanon zunehmend Kopfzerbrechen – vor allem ...
US-Präsident Donald Trump bereitet Israels Krieg im Libanon zunehmend Kopfzerbrechen – vor allem mit Blick auf das Rahmenabkommen mit dem Iran.(Bild: AFP/SAUL LOEB)

Trump: „Wir haben diese kleine Nervensäge da“
Der Iran - der wichtigste Unterstützer der Hisbollah – erklärte, dass neue israelische Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete als Verstoß gegen die Vereinbarung betrachtet würden. Israel will seine Bodentruppen aber vorerst nicht aus den besetzten Gebieten in dem Nachbarland zurückziehen mit dem erklärten Ziel, die eigene Bevölkerung in Nordisrael vor weiteren Angriffen der Miliz zu schützen. Zugleich bezeichnete Trump den Konflikt im Libanon als einen „kleinen Krieg“ im Vergleich zum „großen“ Krieg mit dem Iran. „Aber wir haben diese kleine Nervensäge da draußen, die ständig ihre Fratze zeigt, und es ist die Hisbollah“, sagte Trump.

„Wenn Israel die Sache nicht erledigen kann ...“
Das Verhältnis mit Netanyahu bezeichnete Trump als „unglaublich“ und „sehr effektiv“. Israel wäre ohne ihn schon vor langer Zeit „in die Luft gejagt“ worden, sagte Trump mit Blick auf den langen Konflikt Israels mit dem Erzfeind Iran. „Ohne die Vereinigten Staaten gäbe es kein Israel. Ohne mich gäbe es kein Israel“, sagte Trump.

Der 80-Jährige brachte erneut eine mögliche Beteiligung Syriens am Krieg im Nachbarland Libanon ins Spiel – eine Idee, von der Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa sich bereits distanziert hat. „Wenn Israel die Sache nicht erledigen kann, ohne alle anderen zu töten“, werde Al-Scharaa es tun, sagte Trump.

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