„Geschäftsmodell“

Sekten-Stelle wirft Blick auf Windkraftproteste

Niederösterreich
16.06.2026 05:00

Besorgte Bürger werden in Niederösterreich laut Sekten-Stelle zum Geschäftsmodell von Verschwörungsgruppen. Immer wieder wird dort das Windrad als „Feindbild“ benutzt.

Alles begann im Jahr 2024 auf einer Blumenwiese in Tulln. Eine Bürgerinitiative lud aus ganz Österreich Menschen ein, die Windrädern gegenüber äußerst kritisch gegenüber standen. Zum Beispiel, weil die Anlagen zu nahe am eigenen Haus stehen, Vögeln schaden oder zu viel Lärm verursachen. Seitdem haben sich vor allem in Niederösterreich zahlreiche „Windkraftgegner-Stammtische“ gebildet.

Dort gehe es oft um weit mehr als nur um Windkraft, heißt es von der Bundesstelle für Sektenfragen. Die Einrichtung fungiert seit den 1990er-Jahren als Beratungsstelle für „sogenannte Sekten“. Auf „Krone“-Anfrage erklärt ein Experte, dass das Thema Windräder in jüngster Zeit extrem häufig auftauche. Die Stelle beobachtet ein Netzwerk, das während Corona auf Telegram entstanden ist. Dort treten oft bekannte Personen wie Martin Rutter auf. Gezielt schüre man Angst – auch vor Windrädern – um Spendenaufrufe zu legitimieren oder Produkte zu bewerben. „Fast jeden Tag wird in passenden Kanälen etwas zum Thema Windräder gepostet“, heißt es von der Stelle, die parteiunabhängig aktiv ist.

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Wir haben die Veranstaltung nicht genehmigt, weil wir dafür keine Bühne bieten wollen. Wir führen Bürgerbefragungen durch. 

Bürgermeister Hausleiten Andreas Neubauer

Wenn Weltansichten gefährlich werden, berät die Stelle Angehörige.
Wenn Weltansichten gefährlich werden, berät die Stelle Angehörige.(Bild: Attila Molnar)

Windkraft-Symposium darf nicht ins Schloss
Hellhörig wurde kürzlich auch Andreas Neubauer, Ortschef von Hausleiten im Bezirk Korneuburg. Am 8. September hätte dort im Schloss Hausleiten wieder ein großer Windkraft-Protest stattfinden sollen. Eingeladen waren wieder sehr umstrittene Personen wie der Arzt Hannes Strasser. „Wir wollten dafür keine Bühne bieten“, stellt Neubauer klar. Auch, um Zukunfts-Projekte in Nachbarorten nicht zu gefährden. Ein Event 2024 schlug medial sehr hohe Wellen, auch weil die Veranstalter damals geheim hielten, dass Rutter dabei sein werde. Als „Sekte“ seien die Windrad-Gegner aber nicht eingetragen, meinen die Experten. Ein genaues Auge habe man auf alle Vorfälle, bei denen Ansichten Familien entzweien – wie auch damals in der Pandemiezeit.

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