WWF-Bilanz

Auch Wien könnte mehr für Wildtiere tun

Wien
16.06.2026 11:00

Wien muss sich als Großstadt zum Unterschied von anderen Bundesländern keine Gedanken über den Umgang mit gefährdeten Tierarten wie Wolf und Adler machen. Trotzdem ist Wildtierschutz auch in Wien ein größeres Thema, als man glauben möchte.

Seit sechs Jahren klopft der WWF regelmäßig alle österreichischen Bundesländer auf ihren Umgang mit Wildtieren ab. Fortschritte hat es in dieser Zeit kaum gegeben, teilweise – Stichwort Wolf – sogar negative Entwicklungen. Zählt man den Schutz des seltenen Seeadlers nicht mit, gibt es für alle Bundesländer nur die Noten „teilweise umgesetzt“ oder „mangelhaft“. Das schließt auch Wien ein.

Biber und Otter nur „grundsätzlich willkommen“
Genau durchleuchtete der WWF, wie es in den neun Bundesländern um den Schutz von Wolf, Luchs, Seeadler, Biber und Fischotter steht. Drei von fünf dieser Arten kommen in Wien nicht vor. So ist Wien das einzige Bundesland Österreichs, in dem es Wölfe höchstens im Tiergarten zu sehen gibt. Dasselbe gilt für Luchse und Seeadler. Trotzdem betrifft auch Wien die Kritik des WWF, dass im Wildtierschutz jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht und eine einheitliche Vorgehensweise fehlt.

Biber und Fischotter gibt es in Wien aber reichlich – nicht nur in den weitläufigen naturnahen Gebieten wie der Lobau, sondern beispielsweise auch in den Hochwasser-Rückhaltebecken in Auhof im Westen der Stadt. Wien sieht die beiden Tierarten laut Einschätzung des WWF zwar „grundsätzlich als willkommen“ und will Konfliktfelder mit ihrem Schutz vermeiden. Viel weiter geht das Engagement aber nicht: Beim Biber ist ein Managementplan erst „in Arbeit“, beim Otter fehlt aufgrund geringer Zahlen jegliche Taktik. Genau die braucht es laut den Tierschützern aber, damit die Natur nicht noch mehr aus der Stadt verschwindet.

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