„Bist du fertig?“

Touristin verstreut Asche im Markusbecken

Ausland
16.06.2026 10:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Touristin hat unerlaubt die Asche eines Verstorbenen im Markusbecken in Venedig verstreut. Sie soll bei einer Überfahrt mit einem Vaporetto zwischen dem Markusplatz und der Insel San Giorgio Maggiore einen Beutel geöffnet und den Inhalt über das Geländer geschüttet haben.

Augenzeugen gehen davon aus, dass es sich dabei um die Asche eines Verstorbenen handelte. „Bist du fertig?“, fragte ein venezianischer Fahrgast empört, bevor die Aufnahme (siehe unten) endet. Eine offizielle Bestätigung, dass die ältere Frau Asche verstreut hat, liegt bisher jedoch nicht vor.

Strenge Regeln für Verstreuung von Asche
Der Vorfall löste insbesondere unter Einwohnern Venedigs heftige Reaktionen aus. In sozialen Netzwerken wurde neben der Wahl des Ortes vor allem die Missachtung der geltenden Vorschriften kritisiert. In der Region Venetien ist die Verstreuung von Asche gesetzlich geregelt und nur an bestimmten Orten zulässig.

Dieses Video soll den Vorfall zeigen:

„Zigarettenstummel schlimmer“
In sozialen Netzwerken erfährt die Frau viel Zuspruch, Kritik liest man kaum. „Die Menschen sollten das Recht haben, ihre Asche dort verstreuen zu lassen, wo sie wollen“, schreibt eine Userin. Ein anderer schreibt: „Asche verschmutzt nichts, sie wird zu Dünger und kann überall verstreut werden. Außerdem möchte ich sagen: Bei all den echten Umweltproblemen ist das wohl egal ...“.

Ein anderer pflichtet dem bei: „Ich würde sagen, es gibt weitaus schwerwiegendere Probleme, wie zum Beispiel die typischen Venezianer, die rauchen und ihre Zigarettenkippen ins Wasser werfen.“

Sollte sich bestätigen, dass die Touristin tatsächlich die Asche eines Verstorbenen ins Wasser geschüttet hat, droht ihr eine empfindliche Geldstrafe.

Zitat Icon

Die Dame hätte sich sehr wohl ein Taxi nehmen und dies in aller Ruhe tun können, ohne jemanden zu stören!

Userin auf Instagram zu dem Vorfall

Behördliche Genehmigung Voraussetzung

  • Voraussetzung für eine solche Zeremonie ist eine behördliche Genehmigung auf Grundlage des dokumentierten Willens des Verstorbenen. Zudem muss die Durchführung anschließend den zuständigen Behörden gemeldet werden.
  • In natürlichen Gebieten ist eine Ascheverstreuung an wenigen festgelegten Stellen erlaubt, etwa im Adriatischen Meer in mindestens 700 Metern Entfernung von der Küste oder in einem ausgewiesenen Bereich der nördlichen Lagune hinter dem Friedhof San Michele.
  • Das Markusbecken gehört nicht zu den genehmigten Orten für Ascheverstreuungen. 
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