Die geschlossene US-Mannschaft überzeugte beim furiosen 4:1 über Paraguay, mit seinem Doppelpack stach Folarin Balogun heraus. Er ist der erste US-Spieler seit Bertrand Patenaude 1930, der in einem WM-Spiel mehr als ein Tor erzielte – dabei hätte er beinahe gar nicht die „Stars and Stripes“ gespielt.
England, USA oder Nigeria? Folarin Balogun hatte die Wahl. Er wurde 2001 als Sohn nigerianischer Eltern in New York geboren, die Familie zog aber noch im selben Sommer nach London, wo er auch aufwachsen sollte. Aufgrund dieser speziellen Konstellation hatte Balogun, der schon mit 7 Jahren im Nachwuchs von Arsenal kickte, alle drei Staatsbürgerschaften.
Anfangs deutete alles auf England. Dort hatte er seinen Lebensmittelpunkt, durchlief auch sämtliche Nachwuchsteams und wollte bei Arsenal den Durchbruch schaffen. Balogun galt sowohl bei den „Gunners“ als auch im Nationalteam der „Three Lions“ bereits als Stürmerhoffnung für die Zukunft. „Dieser Spielstil kommt mir auch entgegen“, präferierte er selbst diese Option. Doch obwohl er mit 19 bei Arsenal debütierte, gelang ihm der ganz große Sprung nicht. Er wurde zunächst nach Middlesbrough, dann nach Frankreich verliehen.
Bei Monaco explodiert
2022, womöglich weil Englands Nationalteam in weiter Ferne schien, erklärte Balogun, sich auch vorstellen zu können, für Nigeria oder die USA zu spielen. Letztlich machten die Amerikaner das Rennen, die sehr daran interessiert waren. Im Juni 2023 wurde er erstmals einberufen, gleichzeitig startete er bei seinem neuen Klub Monaco so richtig durch, hielt erstmals das Versprechen, das vor Jahren so viele Experten in ihm gesehen hatten.
Im Finale der CONCACAF Nations League 2023 gegen Kanada schoss er beim 2:0-Sieg der USA sein erstes Teamtor, unter Neo-Teamchef Mauricio Pochettino war Balogun, abgesehen von Verletzungen, stets gesetzt. Zum WM-Auftakt gegen Paraguay stellte er seine größten Qualitäten unter Beweis, vor allem seine Beidfüßigkeit, die ihm frühe Vergleiche mit Arsenal-Ikone Ian Wright eingebracht hatte. Das 2:0 erzielte er mit rechts, das 3:0 mit einem linken Hammer.
Paraguay ist US-Lieblingsgegner
So ging er gleich bei seinem WM-Debüt in die US-Geschichtsbücher ein. In der 38. WM-Partie der USA war er nämlich erst der zweite Spieler, der in einer solchen mehr als ein Tor erzielte.

Und wäre ihm nicht ein Treffer aberkannt worden, hätte er sogar mit Bertrand Patenaude gleichgezogen, der 1930 den ersten Hattrick der WM-Geschichte erzielt hatte – übrigens bei einem 3:0 gegen Paraguay...
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