Schon 5 Polizisten tot

„Letzte Meile“: Wird so das WM-Chaos verhindert?

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Von krone Sport

Die Fußball-Welt schaut gespannt auf Mexiko-Stadt. Blockaden und Demos drohen, den Tag mit dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM um 13 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ/live im sportkrone.at-Ticker) zwischen Mexiko und Südafrika schwer zu beeinträchtigen. 

Mexiko-Stadt werde einen Chaos-Tag erleben, prophezeite die Zeitung „El Financiero“. Wie örtliche Behörden berichteten, wurden am Mittwoch fünf Polizisten bei einem Angriff im westlichen Bundesstaat Michoacan von bisher Unbekannten getötet.

(Bild: AFP/ENRIQUE CASTRO)

Fünf weitere Beamte wurden demnach verletzt. Der Angriff fand im Bezirk Nahuatzen statt, in dem das mächtige Drogenkartell „Jalisco Neue Generation“ agiert. Auf Bildern, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen, war das mit Einschusslöchern übersäte Fahrzeug der Beamten zu sehen. Die Sicherheitsbehörden teilten mit, dass sie in einer groß angelegten Aktion nach den Tätern fahndeten.

Die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacan, Morelia, liegt jeweils etwa 300 Kilometer von den WM-Austragungsorten Mexiko-Stadt und Guadalajara entfernt. Nach den Worten der mexikanischen Regierung ist die Sicherheit der Fußball-Fans nicht gefährdet. Mexiko richtet die Weltmeisterschaft gemeinsam mit den USA und Kanada aus.

Eine Meile vor dem Stadion soll abgeriegelt werden
Nach tagelangen Protesten vor allem durch die radikale Lehrergewerkschaft CNTE herrscht eine angespannte und aufgeladene Stimmung in der Hauptstadt des WM-Mitgastgeberlandes. Ein mehrstündiges Treffen am Abend vor der Partie zwischen der CNTE und Regierungsvertretern soll ohne Einigung ausgegangen sein, die Gewerkschaft wolle die Vorschläge zunächst prüfen.

Das Aztekenstadion
Das Aztekenstadion(Bild: AFP/YURI CORTEZ)

Um das Auftaktspiel der WM und die eineinhalb Stunden vorher beginnende Eröffnungsfeier abzusichern, wollen die Behörden laut Berichten zur FIFA-Maßnahme „Letzte Meile“ greifen. Schrittweise sollten Straßen gesperrt und Zugänge kontrolliert werden auf dem Weg zum Aztekenstadion. Die vollständige Sperrung der Zufahrten soll bis acht Stunden vor dem Anpfiff bis rund 1,6 Kilometer vor dem Stadion in Kraft treten.

Nur zu Fuß oder mit dem Rad geht es mit Ausnahme autorisierter Autos dann noch für diejenigen weiter, die ins Stadion wollen. Auch das Fan-Festival auf dem Zócalo, dem berühmten großen Platz im Herzen des historischen Kerns von Mexiko-Stadt, steht auf der Kippe. Der Weg dorthin führt bereits an Eisenwänden und einem Zeltcamp protestierender Lehrer vorbei. Von einer ausgelassenen Stimmung kann seit Tagen keine Rede sein.

Auch am Flughafen größerer Polizeieinsatz
Zum Stadtbild gehören stattdessen Hundertschaften von Polizei und Nationalgarde. Ob am Stadion oder auch am Flughafen. Dorthin waren nicht mal 24 Stunden vor dem Anpfiff schwer ausgerüstete Polizisten ausgerückt. Auch hier wegen möglicher Proteste der Lehrer, die zwei Tage vor der WM-Eröffnung das Stadion blockiert hatten. „Selbst friedliche Demonstrationen können jederzeit in Gewalt umschlagen“, schreibt die Botschaft von Mitgastgeber Kanada warnend auf ihrer Homepage an WM-Besucher.

(Bild: EPA/ISAAC ESQUIVEL)

Der Konflikt der Lehrer mit der Regierung ist allerdings nicht neu. Im Gegenteil. Die Gewerkschaft fordert die Abschaffung einer Pensionsreform aus dem Jahr 2007, regelmäßig macht sie seit vielen Jahren nach dem Lehrertag im Mai mit Protesten auf ihre Forderungen aufmerksam, die Lehrer fordern dabei höhere Pensionen. Um das zu finanzieren, fehle dem Land das Geld, heißt es von Regierungsseite immer. Allerdings hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum, die seit dem 1. Oktober 2024 im Amt ist, den Lehrern Verbesserungen bei den Pensionsbedingungen in Aussicht gestellt.

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