Knallharte Abrechnung

Aus Protest! Infantino-Vertrauter tritt zurück

Fußball International
31.07.2026 12:28
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Nächster bitterer Rückschlag für FIFA-Boss Gianni Infantino! Aus Protest gegen seinen Plan, Anteile an der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen, tritt nun auch noch einer seiner engsten Vertrauten zurück. Carlos Codeiro rechnet in einem Statement zudem knallhart ab, wie „Sky News“ berichtet.

„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, beginnt Cordeiro das Statement, mit dem er seinen Rücktritt erklärt. 

Wichtig ist es, dem 70-Jährigen dabei klarzustellen, dass er selbst nichts mit den Plänen zu tun hatte, Anteile an der Fußball-WM zu verkaufen. „Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports“, rechnet er knallhart ab. Cordeiro vertrat den Weltverband zuletzt in der Task Force des Weißen Hauses zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.

Carlos Cordeiro (links) mit Gianni Infantino zu Besuch bei US-Präsident Donald Trump.
Carlos Cordeiro (links) mit Gianni Infantino zu Besuch bei US-Präsident Donald Trump.(Bild: AP/Doug Mills)

Schließlich spricht er noch eine Empfehlung an die Mitgliedsverbände aus. „Der Fußball spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle, und nach mehr als 35 Jahren im Bankwesen verstehe ich sowohl den Wert dieses Vermögenswerts als auch die Konsequenzen, die mit der Abgabe eines Teils davon verbunden sind. Deshalb sollte dieser Vorschlag abgelehnt werden.“

Widerstand wird immer größer
Doch schon zuvor hatte sich vonseiten der kontinentalen Verbände großer Widerstand geregt. Nach der UEFA und dem CONCACAF stimmte am Freitag schließlich auch der asiatische Verband AFC gegen das Vorhaben von Infantino. Dieser gerät damit immer mehr unter Druck.

FIFA kontert: „Niemand verkauft den Fußball“
Noch vor Cordeiros Rücktritt und dem AFC-Veto zu den Plänen hatte sich am Freitag die FIFA gemeldet, man wolle trotz heftiger Kritik und Boykott-Drohungen am Vorhaben zur Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft festhalten: „Unser geplanter Konsultationsprozess wurde durch irreführende Medienberichte gestört. Wir werden diesen Konsultationsprozess fortsetzen, um sicherzustellen, dass jeder Mitgliedsverband seine Stimme auf der Grundlage der tatsächlichen Fakten abgeben kann.“

„Niemand verkauft den Fußball“, beteuerte der Weltverband. „Das ist etwas, was die FIFA niemals in Betracht ziehen würde.“ Die FIFA Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich vorgeschlagen worden, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen. Wegen der Pläne sollte es „jedem Mitgliedsverband gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden.“

Erst am Dienstag hatte der Weltverband angekündigt, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden Dollar (3,49 Mrd. Euro) von externen Investoren einwerben zu wollen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, dessen Mehrheitseigentümer der Weltverband wäre. Der Weltverband setzte mit 19. September eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung.

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