„Strukturreform“ läuft

Bühnen ringen um Millionen: Was sich jetzt ändert

Steiermark
11.06.2026 05:00

Oper, Schauspielhaus, Next Liberty und Spielstätten Graz befinden sich in einer „Strukturreform“. Damit will man finanziell schwierige Zeiten durchtauchen, bis die Subventionen der Stadt und des Landes wieder indexiert werden. Was die konkreten Pläne sind.

Vier Millionen Euro weniger im aktuellen Jahr, 3,7 in der kommenden Spielzeit – und das Sparen geht mindestens bis ins Jahr 2030 weiter. Stadt und Land haben die Subventionen für die Bühnen Graz – die Muttergesellschaft von Oper, Schauspielhaus, Next Liberty und Spielstätten – eingefroren. Erst ab 2028/29 wird wieder mit dem vollen Verbrauchpreisindex erhöht.

Geschäftsführer Bernhard Rinner hat sich dafür Hilfe von einer externen Agentur geholt. Die Gerüchteküche brodelt: Steht die Eigenständigkeit der Häuser zur Debatte? Das befürchtet jedenfalls die SPÖ, die eine Anfrage an den Kulturlandesrat eingebracht hat. „Wenn tiefgreifende Strukturänderungen vorbereitet werden, dann dürfen diese nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden“, sagt Klubobmann Hannes Schwarz.

Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz
Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz(Bild: Kanizaj Marija)

Aktuell läuft die Strukturreform, heißt es von den Bühnen Graz. Es werden „sämtliche Bereiche auf mögliche Synergien und Effizienzsteigerungen überprüft“. Für die Kunst soll es „die wenigsten Implikationen“ geben. An der Oper gibt es mehr Koproduktionen und Wiederaufnahmen, im Schauspielhaus spielt man zwei Produktionen ohne Bühnenbild, das Next Liberty soll Sachkosten reduzieren, die Spielstätten Personal.

Häuser bleiben eigenständig
Sogenannte „Shared Services“ sollen zur Holding übersiedeln, dazu gehören Buchhaltung, Personalwesen, Rechnungswesen, IT, Kompetenzzentren wie Nachhaltigkeit und Brandschutz. Künstlerisch und auch kaufmännisch sollen die Häuser jedoch eigenständig bleiben. „Produktion und Spielplangestaltung sind nach aktuellem Stand nicht Gegenstand von Kompetenzverlagerungen“, sichert man zu.

Wird der Prozess, wie es in der Anfrage der SPÖ heißt, noch vor der Graz-Wahl durchgeboxt? Das hängt davon ab, welche Beschlüsse im Grazer Gemeinderat, in der Landesregierung und im Aufsichtsrat konkret notwendig sein werden. Man will jedenfalls noch heuer alle durchbringen. 

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