Oper, Schauspielhaus, Next Liberty und Spielstätten Graz befinden sich in einer „Strukturreform“. Damit will man finanziell schwierige Zeiten durchtauchen, bis die Subventionen der Stadt und des Landes wieder indexiert werden. Was die konkreten Pläne sind.
Vier Millionen Euro weniger im aktuellen Jahr, 3,7 in der kommenden Spielzeit – und das Sparen geht mindestens bis ins Jahr 2030 weiter. Stadt und Land haben die Subventionen für die Bühnen Graz – die Muttergesellschaft von Oper, Schauspielhaus, Next Liberty und Spielstätten – eingefroren. Erst ab 2028/29 wird wieder mit dem vollen Verbrauchpreisindex erhöht.
Geschäftsführer Bernhard Rinner hat sich dafür Hilfe von einer externen Agentur geholt. Die Gerüchteküche brodelt: Steht die Eigenständigkeit der Häuser zur Debatte? Das befürchtet jedenfalls die SPÖ, die eine Anfrage an den Kulturlandesrat eingebracht hat. „Wenn tiefgreifende Strukturänderungen vorbereitet werden, dann dürfen diese nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden“, sagt Klubobmann Hannes Schwarz.
Aktuell läuft die Strukturreform, heißt es von den Bühnen Graz. Es werden „sämtliche Bereiche auf mögliche Synergien und Effizienzsteigerungen überprüft“. Für die Kunst soll es „die wenigsten Implikationen“ geben. An der Oper gibt es mehr Koproduktionen und Wiederaufnahmen, im Schauspielhaus spielt man zwei Produktionen ohne Bühnenbild, das Next Liberty soll Sachkosten reduzieren, die Spielstätten Personal.
Häuser bleiben eigenständig
Sogenannte „Shared Services“ sollen zur Holding übersiedeln, dazu gehören Buchhaltung, Personalwesen, Rechnungswesen, IT, Kompetenzzentren wie Nachhaltigkeit und Brandschutz. Künstlerisch und auch kaufmännisch sollen die Häuser jedoch eigenständig bleiben. „Produktion und Spielplangestaltung sind nach aktuellem Stand nicht Gegenstand von Kompetenzverlagerungen“, sichert man zu.
Wird der Prozess, wie es in der Anfrage der SPÖ heißt, noch vor der Graz-Wahl durchgeboxt? Das hängt davon ab, welche Beschlüsse im Grazer Gemeinderat, in der Landesregierung und im Aufsichtsrat konkret notwendig sein werden. Man will jedenfalls noch heuer alle durchbringen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.