Neue Saison 2026/27

Oper Graz: „Regie-Kaliber“ und mehr Koproduktionen

Steiermark
11.05.2026 13:00

Die Oper Graz will „das offenste Opernhaus Österreichs“ bleiben – und bringt in der Saison 2026/2027 „Großkaliber im Bereich Regie“ in die Steiermark, wie Intendant Ulrich Lenz sagt. Um zu sparen, setzt er auf Koproduktionen und Wiederaufnahmen. Eröffnet wird am 26. September 2026 mit „La Damnation de Faust“ von Hector Berlioz in einer Inszenierung von Lorenzo Fioroni.

Es soll wieder eine Mischung aus „Bekanntem und weniger Bekanntem mit Strahlkraft weit über die Steiermark hinaus“ werden: Am Montag hat das Team der Oper Graz seine vierte Saison 2026/2027 vorgestellt. „Wir holen Großkaliber im Bereich Regie nach Graz“, sagt Intendant Ulrich Lenz. „Das sind sehr unterschiedliche Regisseure, die allesamt zur Crème de la Crème zählen.“ Am 26. September eröffnet der Schweizer Lorenzo Fioroni mit „La Damnation de Faust von Hector Berlioz den Reigen an zwölf Premieren und drei Wiederaufnahmen. „Das ist ein außergewöhnliches Werk, das eine außergewöhnliche Raumsituation benötigt“, sagt Chefdramaturgin Katharina John. Bühnen- und Zuschauerraum werden etwa miteinander verbunden sein. 

Chefdramaturgin Katharina John
Chefdramaturgin Katharina John(Bild: Jürgen Fuchs)

Klassiker und Neues
„La Bohème“ steht gleich zweimal am Spielplan – einmal die Oper von Giacomo Puccini in der Inszenierung von Tobias Ribitzki (Premiere: 28. November 2026), einmal die Fassung von Ruggero Leoncavallo konzertant (22. Oktober). Für Richard Strauss‘ „Elektra“ kommt die junge Regisseurin Elena Artisi nach Graz (Premiere: 22. Mai 2027). 

Am 23. Jänner feiert Antonín Dvořáks „Rusalka“ Premiere. Vasily Barkhatov führt bei der Koproduktion mit der Deutschen Oper am Rhein Regie. „Monster‘s Paradise“, die Trump-Oper der „zwei steirischen Großkünstlerinnen Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek“, wie Chefdramaturgin John sagt, hat am 3. April österreichische Erstaufführung. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Staatsoper und dem Opernhaus in Zürich.

„Monster‘s Paradise“ wurde an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt
„Monster‘s Paradise“ wurde an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt(Bild: Tanja Dorendorf / T+T Fotografie)

Operetten-Klassiker, aber neues Musical
Das Musical der kommenden Saison ist eine Uraufführung: „Perfect Match“ heißt das „Operetten-Musical, das auf Fußball trifft“ des finnischen Komponisten Iiro Rantala, es inszeniert Matthias Davids (19. Dezember). Ein Kassenschlager könnte die Operette „Im Weißen Rössl“ von Ralph Benatzky werden: Am 6. März feiert die Produktion Premiere, auf die sich „alle im Haus freuen“, so Ulrich Lenz. Unter Dirk Schmedings Regie singt unter anderem Ildikó Raimondi.

Ballett „schießt ins Morgen“
Das Ballett, das in den vergangenen Jahren große Erfolge feierte, setzt auf einen Klassiker: „Romeo und Julia“ (17. Oktober). „Wir holen das Stück aber nicht ins Heute, sondern schießen es ins Morgen“, sagt Ballettdirektor Dirk Elwert, der ein „monumentales Bühnenbild“ ankündigt. Mit „Fremde Heimat“ (27. Februar) und „Ikarus“ (24. April) stehen zwei weitere Tanzabende auf dem Programm, für die internationale Choreografen nach Graz kommen.

Die Grazer Philharmoniker reisen in ihrem Neujahrskonzert nach „España“. Anlässlich des Beethoven-Jahres spielt man am 22. April die Neunte. 

Ballettdirektor Dirk Elwert
Ballettdirektor Dirk Elwert(Bild: Jürgen Fuchs)

„Es wäre fahrlässig, einfach so weiterzumachen“
„Die Kunst, die uns antreibt und Stütze ist, muss auch mal unbequem und sperrig sein“, sagt Lenz. „Der Wert lässt sich nicht mit Zahlen greifen.“ Dennoch spielen die Zahlen natürlich mehr denn je eine Rolle. Die Oper muss fünf Millionen Euro in zwei Jahren sparen, wurde bereits im Februar angekündigt. „Wie hoch die Summe nun genau ist, wissen wir noch nicht. Aber wir müssen natürlich vorbereitet sein. Es wäre fahrlässig, einfach so weiterzumachen wie bisher“, sagt Lenz.

Deswegen habe man „Gelegenheiten genutzt, die sich anbieten“ – das Familienmusical „Tom Sawyer“, das Ende 2023 Premiere hatte, wird wiederaufgenommen. „Das Publikum wächst ja schneller nach als bei den Erwachsenen“, begründet der Intendant. Die Ballett-Erfolgsproduktion „Follia!“ kommt aufgrund der hohen Nachfrage zurück ans Haus, aus der Spielzeit 2024/25 steht Mozarts „Così fan tutte“ am Programm. Zum Vergleich: In der aktuellen Saison hat man nur eine einzige Produktion wiederaufgenommen.

Verlängerung ist offen
Die Saison 2026/27 ist die vierte, die Ulrich Lenz als Intendant der Oper Graz verantwortet. Sein Vertrag läuft bis 2028. „Für eine Verlängerung wäre es wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen“, sagt er. „Aber mein Herz hängt an diesem Haus – und an dem Publikum.“

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