Minus in Millionenhöhe

„Bitterer Einschnitt“: Sparkurs bei Bühnen Graz

Steiermark
11.02.2026 12:14

Der Sparkurs der steirischen Landesregierung trifft auch die Bühnen Graz hart. In den kommenden drei Jahren muss man Millionen einsparen. Das bedeutet weniger Neuproduktionen, das Aus für die Sommeroper und auch das Klanglicht-Festival wird künftig nicht mehr gratis zu sehen sein. 

Eigentlich hätten die Bühnen Graz durchaus Positives zu vermelden: Die Bilanz der Saison 2024/25, die am Mittwoch im Spiegelfoyer der Oper präsentiert wurde, ist gut ausgefallen: Insgesamt 480.490 Besuche konnte man bei 1255 Veranstaltungen verzeichnen – die Spielstätten (Orpheum, Dom im Berg, Kasematten) verzeichnen mit 225.755 Besuchen einen neuen Rekord, Oper (146.788), Schauspielhaus (63.909) und das Jugendtheater Next Liberty (44.038) sind stabil. Die Abo-Zahlen gehen zwar leicht zurück, mit neuen Modellen wie der Bühnen Graz Card und dem Koralmabo will man aber die Trendwende schaffen.

Land verordent dreijährigen Sparkurs
Doch der Blick in die Zukunft ist dennoch düster: Beginnend mit der aktuellen Saison wird es drei Jahre lang keine (vertraglich eigentlich zugesicherte) Indexanpassung der Zuschüsse des Landes (und damit auch der Stadt Graz) geben, zusätzlich muss man diese und nächste Saison jeweils 2 Millionen Euro einsparen. „Eine dementsprechende Zusatzvereinbarung wird aktuell mit dem Land verhandelt“, erklärt Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz. Was bedeutet das in Zahlen? In der laufenden Saison fehlen 4 Millionen Euro, in der kommenden Saison ist mit einem Minus von 3,7 Millionen Euro zu rechnen und in der Saison 2027/28 sind es 3,4 Millionen.

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Das ist eine harte Zeit mit bitteren Einschnitten. Es ist nicht einfach für uns, aber gerade noch zu schaffen.

Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz

Was bedeutet das für das Programm der Bühnen? Es wird heuer keine starbesetzte Sommeroper auf den Kasematten mehr geben, das Klanglicht-Festival wird künftig nicht mehr gratis zu sehen sein (sondern als Bezahlversion im Schloss Eggenberg), zudem gibt es in den kommenden drei Jahren einen Investitionsstopp (so wird der geplante Umbau des Ticketzentrum etwa nicht stattfinden), etwaige Rücklagen werden aufgelöst und auch bei Sachkosten soll gespart werden.

Und auch die Zahl der Neuproduktionen an den Häusern soll ab der kommenden Saison reduziert werden: An der Oper etwa hat man eine geplante Neuproduktion abgesagt und ersetzt sie durch die Wiederaufnahme des Ballett-Erfolgs „Follia!“, zudem setzt Intendant Ulrich Lenz vermehrt auf Koproduktionen mit anderen Opernhäusern. Im Schauspielhaus will Intendantin Andrea Vilter in der kommenden Saison nicht auf geplante Neuproduktionen verzichten, will diese aber „effizienter gestalten ohne dabei große Abstriche in der künstlerischen Gestaltung“ zu machen. Ähnlich auch am Jugendtheater Next Liberty, wo Intendant Michael Schilhan in der kommenden Saison nur noch vier eigene neue Stücke zeigen kann und sonst auf Kooperationen und Wiederaufnahmen setzen wird müssen, zudem will er die eigenen Gastspieltourneen ausbauen.

„Keine Kündigungen geplant“
Positiv bei all dem Negativen: Beim Personal sind, laut Rinner, „keine Kündigungen geplant. Bei natürlichen Abgängen wird es aber wohl keine Neubesetzungen geben.“ Und aktuell gibt es zumindest das Versprechen vom Land Steiermark, dass „es nach den drei Jahren eine Rückkehr zum ursprünglichen Finanzierungsvertrag samt Valorisierungen geben wird“, sagt Rinner. Dennoch wird durch das dreijährige Sparpaket samt Verzicht auf die Indexanpassung (bei trotzdem steigenden Personalkosten) auch danach ein Minus im Budget bleiben.

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