Graz-Besuch bei Magna

Autokrise: Minister will „neue Industrialisierung“

Steiermark
09.06.2026 15:15

Österreichs größter Autozulieferer Magna-Steyr musste seit 2024 über 800 Stellen abbauen und steht damit sinnbildlich für die kriselnde Branche. Was und wer kann unser Industrieland retten? Antworten darauf suchte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) bei einem Besuch in Graz.

Magna sorgte im vergangenen Jahr für positive Schlagzeilen: Die chinesischen Autobauer Xpeng und GAC verkündeten, mehrere ihrer Modelle im Grazer Werk fertigen zu lassen. Um Zölle zu umgehen, werden sie in Teilen nach Thondorf gebracht und hier zusammengebaut. Die beinharte Realität dahinter: Zwar sichert die steirisch-chinesische Kooperation Arbeitsplätze, tiefergehendes Ingenieurswissen braucht die Endmontage aber nicht. Chinesische Hersteller drängen die hiesige Autoindustrie zurück – zuletzt lag ihr Marktanteil bei Pkw-Neuzulassungen schon bei über fünf Prozent.

Diese Entwicklung bringt auch die Politik in Bedrängnis. Und so versammelte sich am Dienstag Prominenz aus Wien in Graz: „Das Auto wird neu erfunden, und unser Anspruch muss es sein, die Wertschöpfung nach Österreich zu holen“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) beim Magna-Besuch. „Ich möchte die Deindustrialisierung stoppen!“, lautet seine Kampfansage.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (Mitte) und Landeshauptmann-Stellvertreterin ...
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (Mitte) und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom nahmen an der Sitzung des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie teil.(Bild: Land Steiermark)

Parteikollegin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom zieht mit: „Die Steiermark ist ein Industrie- und Innovationsland. Wir müssen die PS auf die Straße bringen.“ Dabei sei ihr „made in Europe“ wichtig – „made in Styria“ aber noch lieber. Roland Prettner, Präsident von Magna-Steyr, sieht die gesamte Fahrzeugindustrie in „der größten Transformation der Geschichte“ und meint damit die Bereiche Digitalisierung, Elektrifizierung sowie geopolitische Herausforderungen.

Abseits der Floskeln wurde jedoch nur wenig konkretisiert. Hattmannsdorfer bekannte sich zu seiner Industrialisierungsstrategie und weniger „Papierkram“. Und er kündigte an, Modellregionen für autonomes Fahren, wie es sie in der Steiermark schon gibt, auszubauen. Auch emissionsfreie Antriebe sollen getestet werden – ganz im Sinne des EU-Automobilpakets. „Die Mobilitätsindustrie hat eine Verantwortung gegenüber der Schöpfung, aber man muss technologieoffen bleiben“, sagt der Wirtschaftsminister.

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