Empörung in der Türkei
Schüsse auf Konzerngebäude nach Witz über Kurden
Der geschmacklose Witz eines Milliardärs über Kurden hat nicht nur zu großer Aufregung in der Türkei geführt, sondern auch Gewalttaten ausgelöst.
Der 95-jährige Rahmi Koc, Ehrenvorsitzender des großen Mischkonzerns Koc, wollte am Samstag die Anwesenden einer Krankenhauseröffnung in Izmir ein wenig unterhalten und erzählte von einem Arztbesuch einer kurdischen Frau. Auf die Aufforderung, sich hinter einem Vorhang auszuziehen, antworte die Patientin: „Aber Sie, Herr Doktor, zuerst!“ Was zunächst mit ein paar Lachern quittiert wurde, entpuppte sich wenig später als handfester Skandal.
Witz ist „rassistisch und sexistisch“
Das Video von seiner Erzählung löste in den sozialen Medien massive Kritik aus. Justizminister Akin Gürlek teilte auf der Plattform X mit, die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen wegen „Beleidigung eines Teils der Gesellschaft“ aufgenommen.
Die prokurdische Dem-Partei verurteilte den Witz als „rassistisch und sexistisch“ und forderte Konsequenzen. Schließlich würden damit kurdische Frauen bzw. das kurdische Volk allgemein so dargestellt, dass sie nicht einmal die einfachsten Anweisungen richtig verstünden.
Milliardär entschuldigt sich öffentlich
Koc selbst entschuldigte sich in einer schriftlichen Erklärung auf dem offiziellen X-Account der Koc-Holding. Er habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu beleidigen. Doch da war es schon zu spät.
Der Ärger über den Unternehmer gipfelte in mehreren Angriffen auf Gebäude des Koc-Konzerns – unter anderem auf eine zur Holding gehörende Bankfiliale in der südostanatolischen Stadt Diyarbakir und auf Autohäuser in Istanbul und Antalya. Türkische Behörden leiteten Ermittlungen ein, mehrere Verdächtige seien festgenommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi.









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