Die Kritik an der Novelle des steirischen Kinderbetreuungsgesetzes ebbt nicht ab. „Im Entwurf findet sich keine einzige Verbesserung für Beschäftigte in dem Bereich“, sagen die Gewerkschafter. Sie kritisierten scharf, dass sie nicht in die Ausarbeitung involviert waren.
Dass die Gewerkschafter der steirischen Elementarpädagogen geschlossen vor die Presse treten, lässt sich schon fast als letzte Instanz verstehen: „Wir haben mit Landesräten unterschiedlicher Couleurs immer Gespräche führen können. Dass jetzt die Anliegen unserer Kollegen dermaßen ignoriert werden, macht mich betroffen“, sagt Beatrix Eiletz von der Gewerkschaft GPA. Mit der Novelle des Steiermärkischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht man sich vor vollendete Tatsachen gestellt. „Im Entwurf findet sich keine einzige Verbesserung für Beschäftigte in dem Bereich!“, so ihr hartes Urteil.
Die Novelle – sie betrifft immerhin 8500 Angestellte – wurde Ende März 2026 in Begutachtung geschickt. Sie soll es leichter machen, Kindergärten und Kinderkrippen zu errichten, sowie unnötige Bürokratie abbauen. Hierfür werden jedoch größere Gruppengrößen und kleinere Freispielflächen in Kauf genommen. Etwa 1000 Einwendungen gegen den Gesetzesentwurf waren die Folge. Die allgemeine Sorge: Durch schlechtere Arbeitsbedingungen könne sich auch der Personalmangel verschärfen.
Wer bei den kleinen Kindern spart, gefährdet den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Beatrix Eiletz
Bundesvorsitzende Wirtschaftsbereich 17 GPA
Bild: Fanny Gasser
Streiks als „letzte Möglichkeit“
Maria Hauer von der Gewerkschaft Younion, die selbst 35 Jahre Erfahrung als Pädagogin hat, sagt: „Die Absenkung der Gruppengrößen war eine Errungenschaft – jetzt werden wir wieder weniger Zeit für jedes einzelne Kind haben. Es braucht Investitionen in die Zeit, nicht nur in Infrastruktur.“ Auch die schrumpfenden Flächen besorgen sie, „wenn man bedenkt, dass Bewegung direkt mit der kognitiven Entwicklung zusammenhängt“.
Younion-Landesvorsitzender Gerhard Suppan warnt: „Diese Versäumnisse werden uns in zehn Jahren auf den Kopf fallen“ – und fordert die Mitglieder der Landesregierung dazu auf, „nur einen Vormittag in einer Einrichtung zu verbringen“. Während diese Forderung wohl schwer realisierbar ist, wird ein gemeinsames Gespräch nun möglich gemacht. Für Dienstagmittag wurden die Sozialpartner zu Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ) geladen. Man erhofft sich viel – Streiks werden als „letzte Möglichkeit“ genannt. Denn: „Kampfmaßnahmen würden alle treffen, die nichts dafürkönnen“, meint Suppan.
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