Novum in Deutschland

Erstes Ortsschild weist auf muslimisches Gebet hin

Ausland
24.07.2026 22:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wer künftig ins deutsche Penzberg fährt, wird auf etwas aufmerksam gemacht, das es nach Angaben der islamischen Gemeinde in Deutschland bislang noch nicht gibt. Neben den gewohnten Hinweisen auf katholische und evangelische Gottesdienste informiert die oberbayerische Kleinstadt künftig auch über das muslimische Freitagsgebet – ein Schritt, der bundesweit für Aufmerksamkeit sorgen dürfte.

An den vier Ortseinfahrten von Penzberg werden die bisherigen Gottesdiensttafeln um ein drittes Schild ergänzt. Neben den Symbolen für die katholische und die evangelische Kirche weist künftig auch ein Hinweisschild auf das Freitagsgebet der islamischen Gemeinde hin.

Wohl erstes Hinweisschild dieser Art
Nach Angaben des Penzberger Imams Benjamin Idriz handelt es sich dabei um ein Novum in Deutschland. Nach Kenntnis der Gemeinde sei es das erste offizielle kommunale Hinweisschild, das gemeinsam mit den Gottesdienstzeiten der katholischen und evangelischen Kirchen auch auf das muslimische Freitagsgebet aufmerksam mache. Ein Sprecher der Stadtverwaltung erklärte allerdings, die Kommune habe keinen Überblick darüber, ob es vergleichbare Schilder andernorts gebe.

Idee entstand bei Gespräch mit Religionsvertretern
Bislang wurde ein entsprechendes Schild an einer Zufahrtsstraße angebracht. Drei weitere Hinweistafeln sollen in den kommenden Wochen folgen. Nach Angaben der Stadt entstand die Idee im Zuge einer Gesprächsrunde zwischen Bürgermeister und Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften.

Anlass war die geplante Erneuerung der alten, inzwischen verblichenen Gottesdienst-Infotafeln. Dabei wurde beschlossen, auch einen Hinweis auf das muslimische Freitagsgebet aufzunehmen.

Sichtbares Zeichen der Gleichbehandlung
Die Glaubensgemeinschaft Landkreis Weilheim-Schongau zählt zu den bekanntesten islamischen Gemeinden Bayerns. Im Jahr 2019 besuchte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gemeinde. Für Imam Benjamin Idriz ist das neue Schild ein sichtbares Zeichen der Gleichbehandlung und der gelebten Religionsfreiheit.

„Gerade in einer Zeit, in der Vorurteile, Hass und Polarisierung zunehmen, senden solche sichtbaren Zeichen eine wichtige Botschaft: Menschen unterschiedlichen Glaubens gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft und begegnen einander mit Respekt“, betonte Idriz gegenüber ntv. Das neue Hinweisschild sei ein Zeichen der Wertschätzung.

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