„Krone“-Gastkommentar

Pensionsfakten

Kolumnen
08.06.2026 10:00

Viele Politiker und Funktionäre behaupten, das österreichische Pensionssystem habe kein Problem. Ganz unrecht haben sie damit nicht. Tatsächlich ist nicht die Pension das Problem, sondern ihre Finanzierung.

Heuer werden bereits 33 Milliarden Euro für Pensionen aufgewendet, das entspricht mehr als einem Viertel des Staatshaushalts. Davon entfallen rund 12,7 Milliarden Euro auf pensionierte Beamte und 20,3 Milliarden auf den Zuschuss zur gesetzlichen Pensionsversicherung. Dieser Zuschuss steigt Jahr für Jahr.

Der Grund: Wir treten mit 65 in den Ruhestand und beziehen danach im Schnitt rund 20 Jahre lang eine Pension. Als das System vor 75 Jahren eingeführt wurde, waren es noch gut 12 Jahre. Im Laufe des Erwerbslebens zahlen wir im Schnitt 383.000 Euro ein, bekommen jedoch rund 682.000 Euro heraus. Die durchschnittliche Netto-Pension liegt derzeit bei etwa 1800 Euro pro Monat.

Längeres Arbeiten würde das System entlasten. Für den Einzelnen gibt es im Arbeitsleben jedoch nur eine nachhaltige Lösung: private Vorsorge.
Wer vor 40 Jahren begonnen hat, monatlich 100 Euro zu investieren, hat heute dank Zeit und Zinseszins 105.000 Euro auf dem Sparbuch, 170.000 Euro mit österreichischen Staatsanleihen, 200.000 Euro mit Gold, 350.000 Euro mit einer Wiener Wohnung, 475.000 Euro mit Weltaktien und rund 800.000 Euro mit US-Aktien.

De facto führt an gelebter Eigenverantwortung kein Weg vorbei. Darüber sollten wir ehrlich diskutieren.

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