Badeverbot verhängt

Algenpest und Bakteriensumpf in Au Klosterneuburg

Niederösterreich
08.06.2026 06:30

Extremsituation im beliebten Strandbad Klosterneuburg: Badeverbot im Donau-Seitenarm. Den Gästen bleiben noch die Schwimmbecken – aber die Anrainer und viele Klosterneuburger rufen angesichts des Zustandes des Au-Erholungsgebietes nach Maßnahmen. Wasser wäre ja da – gleich von der Donau daneben ... 

Eindringlich warnt eine Infotafel am Strandbad Klosterneuburg davor, auch nur einen Fuß ins Wasser zu setzen: Blaualgen und Fäulnisbakterien haben das beliebte Badeparadies in eine trübe Lache verwandelt. Die Gäste können zwar in Pools ausweichen, die dortigen Anrainer sind aber von dem Zustand „ihrer“ Au schockiert wie nie zuvor.

Ungünstige Wetterlage und keine Vorabmaßnahmen
Wie kam es dazu? Durch den zu dieser Zeit ungünstigen niedrigen Wasserstand der Donau kann kein Frischwasser in die Zuleitung fließen, die nun schrumpfenden Wasserflächen versumpfen. Dabei hätte man mit dem Gemeinderat in Ruhe, Peter Hofbauer, einen erfahrenen Wassertechniker vor Ort, der einst die Hochquellwasserleitung Wiens betreute. „Ich habe schon 1984 dringend Maßnahmen angeregt. Jetzt ist der Ernstfall eingetreten“, so der Anrainer, der schon seit Jahrzehnten die Entwicklung verfolgt. „Die Lage wäre recht einfach zu lösen, wenn man beim nördlichen Wassereinfluss in den Donauarm bauliche Maßnahmen setzt, etwa eine Nebenzuleitung aushebt oder Pumpen einsetzt, damit frisches Donauwasser zufließen kann“, sagt er.

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Es wird in Zukunft wohl ein Bündel an Maßnahmen benötigen. Schließlich wird die Trockenheit schlimmer, Platzregen versickert.

Christoph Kaufmann, Bürgermeister von Klosterneuburg

Stadtchef verweist auf Verhandlungen und Zuständigkeiten
Bürgermeister Christoph Kaufmann sieht die lang anhaltende Trockenheit nach einem niederschlagsarmen Winter als Ursache: „Heuer war das toxisch für unsere Au und ihre Gewässer. Ich war bei mehreren Begehungen, unter anderem waren die Grundeigner vom Stift dabei: Da war der Donaupegel noch niedriger – Wasser floss sogar aus der Au retour in die Donau.“ Die Stadt könne als Grundpächter nicht kurzfristige, wenig nachhaltige Änderungen vornehmen. Auch die Via Donau und der Verbund müsse man nun in Maßnahmen einbinden und eine langfristige Lösung mit dem Grundbesitzer realisieren. Dies sei auch schon fix: „Bleibt noch die Frage, von wem und wie diese – sicher nicht günstigen – Maßnahmen finanziert werden.“

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