Von 8. bis 12. Juni 2026 laden die Tage der Archive wieder zu besonderen Einblicken in Salzburgs Archivlandschaft ein. Unter dem Motto „kunst*voll“ zeigen 18 Archive in der Stadt Salzburg, wie viel künstlerisches, historisches und gesellschaftliches Wissen in ihren Beständen steckt.
Insgesamt warten rund 40 Programmpunkte auf die Besucher – von Führungen und Workshops über Präsentationen und Ausstellungen bis hin zu exklusiven Einblicken in Depots, Sammlungen und Werkstätten. Künstlerisches Schaffen spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen im Laufe der Zeit wider. Gleichzeitig wurden auch Alltags- und Verwaltungsobjekte früher oft mit großer Sorgfalt, handwerklichem Können und Raffinesse gefertigt. Genau diese Vielfalt machen die Tage der Archive sichtbar: verzierte Handschriften, prächtige Buchkunst, reich gestaltete Urkunden, historische Fotografien, Pläne, Kostüme, Dokumente und Objekte, die sonst meist gut geschützt in Magazinen und Depots verwahrt werden.
Vom Beutelbuch bis zum Living Archive
Ein besonderes Highlight gibt es heuer im Haus der Stadtgeschichte: Erstmals findet im Stadtarchiv ein Workshop statt. Am Mittwoch, 10. Juni, um 14 Uhr fertigen die Teilnehmer gemeinsam mit Restaurator Christian Moser ein eigenes Beutelbuch an. Diese besondere Buchform aus dem Mittelalter wurde ursprünglich mit einem langen Lederschlauch am Gürtel getragen. Im Workshop wird sie in vereinfachter Miniaturform von Hand in Leder gebunden.
Auch darüber hinaus zeigt das Programm, wie breit der Begriff „kunst*voll“ gedacht werden kann. Das Salzburg Museum führt durch Depots mit kunst- und kulturhistorischen Beständen. Das Salzburger Landesarchiv präsentiert gemalte, gestochene und illuminierte Archivalien und lädt zu einem Workshop zur Kleisterpapierherstellung ein. Im Archiv der Salzburger Festspiele wird mit „The Living Archive“ gezeigt, wie aus Kostümen, Requisiten, Zeichnungen, Bauplänen und 3D-Modellen neue Zugänge zur Festspielgeschichte entstehen.
Die Internationale Stiftung Mozarteum widmet sich 70 Jahren Mozartwoche. Das Archiv des Salzburger Landestheaters schlägt den Bogen zwischen Theater und Film. Das Fotohof Archiv gibt Einblicke in die Herstellung, Bewahrung und Restaurierung von Fotokunst. Das Haus der Natur öffnet seine biologischen und geowissenschaftlichen Sammlungen als naturwissenschaftliches Archiv Salzburgs. Auch die Kloster-, Universitäts-, Literatur-, Tanz-, Musik- und Volkskulturarchive zeigen, wie vielfältig die Archivarbeit in Salzburg ist.
Archive als lebendige Orte der Wissensstadt
Die Tage der Archive machen sichtbar, welche Rolle Archive für die Gegenwart spielen. Sie bewahren nicht nur historische Dokumente, sondern machen Zusammenhänge verständlich, ermöglichen Forschung, sichern kulturelles Erbe und erzählen Geschichten über Salzburg, seine Menschen und seine Entwicklungen. Das diesjährige Motto „kunst*voll“ rückt dabei besonders die ästhetische, handwerkliche und kreative Dimension der Archivbestände in den Mittelpunkt.
Alle Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt statt. Bei einzelnen Programmpunkten ist eine Anmeldung erforderlich.
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