Ungezügelte Wut? Nach einem Gedrängel auf der Straße stach ein Senior auf der Raststätte den Reifen des Kontrahenten auf. Beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt lehnte der Deutsche das Angebot einer Diversion ab. „Warum soll ich für etwas zahlen, das ich nicht gemacht habe?“ Also wurde er verurteilt.
Der Deutsche hatte 750 Anfahrtskilometer nach Eisenstadt Zeit, um sich eine Verteidigungsstrategie auszudenken: Dem 79-Jährigen sind ein brennendes Wadl und ein bellender Hund eingefallen.
Autobahn im Burgenland am 12. August 2025: Eine Wienerin (27), unterwegs mit dem Ehemann (32), lenkt das Auto. Laut Schild wird die Fahrbahn in 200 m auf eine Spur verengt. Der Deutsche will sich im letzten Moment reindrängen – und muss sich hinter der Dame einreihen. Später überholt er hupend, schneidet rein und bremst abrupt. Mehrmals, wenn die Frau an ihm vorbeifahren will, wechselt auch er die Spur. Und schleift sich ein. Man verliert einander bis zur Raststation Loipersdorf aus den Augen.
Gymnastikübungen hinter einem fremden Fahrzeug
Dort hielt auch der Rentner an, „um in gebückter Haltung Gymnastik“ zu machen – ausgerechnet hinter dem Auto der Wiener Familie. „Wegen der brennenden Wade“, meint der 79-Jährige. Dann will er einen Hund bellen gehört haben. Schaute auf der linken Hinterseite ins Innere des Autos. Just in dem Moment entdeckte ihn der 32-Jährige und will ihn zur Rede stellen. Der Deutsche eilte zu seinem Fahrzeug. Und wurde somit als Autobahn-Kontrahent identifiziert. Zurück geblieben war ein aufgestochener Hinterreifen ...
Wer oder was ist ein Messer?
„Ich bremse nur, wenn ich muss. Und ich habe noch nie ein Messer besessen“, sagt der Angeklagte beim Prozess. Der Geschädigte wiederum kann sich die Anhäufung an Zufällen nicht erklären. Außerdem: „Mein Hund bellt nicht.“
Der Senior wird zu drei Monaten bedingt auf drei Jahre plus 286,60 Euro für den Reifen verurteilt. Nicht rechtskräftig.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.