Über Grenzen hinweg

„CoMe“ setzt neue Impulse für Tourismus und Kultur

Burgenland
26.07.2026 16:00
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Die drei burgenländischen Gemeinden Kemeten, Litzelsdorf und Wolfau schlagen mit drei Städten in Ungarn ein neues Kapitel mitteleuropäischer Kulturgeschichte auf. Der Anfang ist gemacht!

Mit dem Spatenstich in Kemeten fiel jetzt nicht nur der Startschuss für ein interessantes Bauvorhaben, auch sind die grenzüberschreitenden Kooperationen hierzulande um ein Kapitel reicher. Im Rahmen des EU-Interreg-Projekts „CoMe – Common Medieval History“ („Gemeinsames Mittelalter“) ziehen Kemeten, Litzelsdorf und Wolfau mit den drei Städten in Ungarn Kőszeg (Güns), Szombathely (Steinamanger) und Vasvár (Eisenburg) an einem Strang. Voller Eifer wird daran gearbeitet, die gemeinsame Geschichte erlebbar zu machen. „Wir wollen neue Impulse für Tourismus, Kultur und regionale Entwicklung schaffen“, wird betont. 1,4 Millionen Euro stehen zur Verfügung.

„Haben ein Zeichen gesetzt“
Zur feierlichen Eröffnung begrüßte Bürgermeister Wolfgang Koller Vertreter der Partnergemeinden und der ausführenden Unternehmen. Aus Wolfau nahm Bürgermeister Walter Pfeiffer teil, aus Litzelsdorf Vizebürgermeister Heinz Hermann stellvertretend für Ortschef Jürgen Resch. Mit dem Spatenstich setzten alle bewusst ein sichtbares Zeichen für den Beginn eines Projekts, das „Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet“.

Mit dem Spatenstich in Kemeten beginnt eine „neue Zeitrechnung“, der Grundstein ist gelegt.
Mit dem Spatenstich in Kemeten beginnt eine „neue Zeitrechnung“, der Grundstein ist gelegt.(Bild: Hochwarter ProjektLab GmbH)

Viele Pläne geschmiedet
In Kemeten entstehen gleich mehrere Attraktionen: Ein Schauweingarten soll an die jahrhundertealte Weinbautradition erinnern, ein Aussichtsturm neue Ausblicke eröffnen und der historische Stadel beim Böhmhaus zur Eventlocation für 50 Gäste umgebaut werden. Dort wird künftig ebenso eine historische Weinpresse ausgestellt, ergänzt durch Lager- und Ausschankmöglichkeiten für Veranstaltungen.

Traditionsreicher Weinbau im Fokus
Passend zur Feier stand ein Rückblick auf den örtlichen Weinbau im Mittelpunkt. Bauplaner Thomas Hochwarter von der Hochwarter ProjektLab GmbH aus Litzelsdorf, die ebenso für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte verantwortlich zeichnet, überreichte der Marktgemeinde ein eigens zusammengestelltes Weinbergbuch. Es dokumentiert anhand historischer Urkunden die Entwicklung des Hofweingartens in Kemeten vom Mittelalter bis zum Ende des Weinbaus im 19. Jahrhundert. Das spannende Werk blickt allerdings nicht nur zurück, es soll auch die nächsten Kapitel der Geschichte festhalten. So verewigte der neu gegründete Rebenverein den Spatenstich als ersten Eintrag der „neuen Zeitrechnung“.

Mit einer geschnitzten Figur des heiligen Urban, dem Schutzpatron der Winzer, und einer Flasche Furmint – jener Rebsorte, die einst den historischen Weinbau der Region prägte – erhielt die Gemeinde zwei symbolträchtige Geschenke.

Vielversprechende Aussichten
Unterstützt wird das Projekt von namhaften strategischen Partnern wie der Universität Graz, der HTL Pinkafeld, dem Südburgenland Tourismus und dem UMIZ Unterwart. Die Bürgermeister unisono: „Mit ,CoMe‘ entsteht weit mehr als neue Infrastruktur. Das Projekt stärkt die regionale Identität über Grenzen hinweg.“

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