Österreichs Berge locken jedes Jahr Millionen Wanderer an – doch der Traum vom perfekten Gipfelfoto endet immer öfter im Krankenhaus. In Tirol gab es im Vorjahr mit 5146 Alpinunfällen und 81 Todesopfern einen traurigen Höchststand. Experten warnen einmal mehr vor Selbstüberschätzung und mahnen zu mehr Vorsicht am Berg.
Ein spektakuläres Gipfelkreuz, ein atemberaubendes Panorama und das perfekte Foto für Instagram – für viele Wanderer gehört das inzwischen zum Bergerlebnis dazu. Doch genau dieser Trend wird zunehmend zur Gefahr. Allein in Tirol gab es im Vorjahr 5146 Alpinunfälle – 81 davon endeten sogar tödlich.
„Die Berge sind keine Kulisse für Selbstdarstellung“, mahnt Viktor Horvath, Leiter der Tiroler Alpinpolizei. Viele Wanderer würden sich von Bildern in sozialen Netzwerken täuschen lassen und die tatsächlichen Anforderungen einer Tour unterschätzen. Was auf Fotos leicht aussieht, sei oft mit langen Aufstiegen, schwierigen Passagen und alpinen Gefahren verbunden.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt, um auszurutschen. Das schönste Foto verliert seinen Wert, wenn man dafür seine Sicherheit aufs Spiel setzt.

Viktor Horvath, Leiter der Alpinpolizei Tirol
Bild: Christof Birbaumer
Auf gute Ausrüstung achten
Zu den häufigsten Unfallursachen zählen mangelnde Vorbereitung und falsche Einschätzung der Fähigkeiten. Experten raten daher, Touren sorgfältig zu planen, Wetterberichte zu prüfen und die eigene Fitness realistisch einzuschätzen. Auch bei der Ausrüstung gibt es keine Kompromisse: Profilierte Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, ausreichend Verpflegung sowie ein Erste-Hilfe-Set gehören zur Grundausstattung. Zudem sollten Angehörige stets über die geplante Route informiert werden.
Ein weiteres Problem ist die Ablenkung durch Smartphones. „Jedes Jahr passieren zahlreiche Unfälle, weil Wandernde während des Gehens aufs Handy schauen“, warnt Horvath. Die wichtigste Regel: Sicherheit geht vor dem Gipfelfoto. Wer seine Grenzen kennt und Risiken realistisch einschätzt, kann die Bergwelt sicher genießen.
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