Der erhoffte Konjunkturaufschwung ist ins Stocken geraten. Das bekommen die Unternehmen und der Arbeitsmarkt im größten Bundesland deutlich zu spüren.
Heuer sollte es endlich wieder bergauf gehen, prognostizierten Wirtschaftsforscher noch zu Jahresbeginn. Knapp vier Monate später haben sich diese Erwartungen jedoch ins Gegenteil verkehrt.
So muss auch AMS-Chefin Sandra Kern die Hoffnungen dämpfen: „Die Erholung für den niederösterreichischen Arbeitsmarkt wird weiter auf sich warten lassen.“ Statt des erwarteten Rückgangs der Arbeitslosigkeit wird die Zahl der Jobsuchenden wohl ansteigen.
Drei Prozent mehr Arbeitslose
Mehr als 47.700 Menschen ohne Arbeitsplatz werden mittlerweile im Schnitt für Niederösterreich im Jahr 2026 prognostiziert – das wären um drei Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem im Handel, in der Industrie und im Bauwesen gehen bereits seit Herbst anhaltend Arbeitsplätze verloren. Allerdings: Da die Babyboomer-Generation in Pension geht, sind vor allem Arbeitskräfte mit Lehrabschluss durchaus gefragt.
Unser Ziel ist, den Aufbau der Langzeitarbeitslosigkeit weiter bestmöglich zu bremsen.

Sanda Kern, AMS-Landesgeschäftsführerin
Bild: © Daniel Shaked
„Hohe Arbeitskosten, steigende Energiepreise und wachsende Bürokratie setzten den Betrieben in Niederösterreich zu“, diagnostiziert Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker die aktuelle Lage. Er setzt Hoffnungen vor allem in die angekündigte Senkung der Lohnnebenkosten.
Viele Betriebe stehen weiter massiv unter Druck. Und das schlägt sich jetzt deutlich in der Stimmung nieder.

Michaela Roither, IV-NÖ-Geschäftsführerin
Bild: Marius Hoefinger
Industrie kann nicht investieren
Diese sieht auch die Industriellenvereinigung (IV-NÖ) als wichtiges Signal. „Auch wenn sie erst 2028 greifen soll“, wie Geschäftsführerin Michaela Roither anmerkt. Das Konjunkturbarometer der IV-NÖ, erhoben in 30 heimischen Industriebetrieben, zeigt einen deutlichen Trend ins Negative. „Die Erträge bleiben schwach, die Auslastung der Betriebe gering“, fasst Roither zusammen. 52 Prozent der Industrieunternehmen bewerten die Lage als schlecht. Das Fazit: „Es bleibt derzeit wenig Spielraum für Investitionen.“
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