Schönste Wanderrouten

Durch die grüne Lunge der Montfortstadt

Vorarlberg
05.06.2026 09:45

Die Wanderung auf den Feldkircher Stadtschrofen führt durch schattige Wälder, vorbei am buddhistischen Kloster Letzehof und schließlich zu einem aussichtsreichen Felssporn hoch über dem Rheintal.

In einem städtischen Umfeld erwartet man eigentlich keine grüne Ruheoase. Doch in Feldkirch ist das etwas anders. Die Wanderung zum Stadtschrofen ist ein idyllischer Rundweg und führt durch ein grünes Naherholungsgebiet, vorbei am buddhistischen Zentrum (Letzehof) bis zum Aussichtspunkt und bietet dabei schöne Ausblicke auf die Illschlucht sowie die Feldkircher Altstadt.

Tipps und Infos

Typ: Stadtwanderung
Dauer: rund eineinhalb bis zwei Stunden
Ausgangspunkt: Bushaltestelle Elisabethplatz, Feldkirch
Ausrüstung: Laufschuhe mit guter Profilsohle
Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten in Feldkirch
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 406 ab Montforthaus oder Stadtbus Linien 3 und 6

Startpunkt ist bei der Bushaltestelle Elisabethplatz. Von dort geht es weiter über den Illsteg und danach wird das Naherholungsgebiet und Kulturquartier Reichenfeld durchquert. Ursprünglich war dieses Teil des renommierten Jesuitenkollegs „Stelle Matutina“, dessen wohl berühmtester Schüler der Schriftstelle Arthur Conan Doyle war. Das Gelände wurde nach der Ordensauflösung 1979 in eine öffentliche Grünfläche und ein Zentrum für Kunst und Bildung umgewandelt. Die Gebäude rund um den Park stammen aus der Zeit um 1900 und waren einst Teil des weltbekannten Jesuitenkollegs. Heute sind dort das Landeskonservatorium sowie die Musikschule untergebracht. Das Areal ist zu einem zentralen Veranstaltungsort und der grünen Lunge der Montfortstadt geworden.

Der Spazierweg in Feldkirch Reichenfeld.
Der Spazierweg in Feldkirch Reichenfeld.(Bild: Rubina Bergauer)
Die buddhistische Stuppa am Letzehof.
Die buddhistische Stuppa am Letzehof.(Bild: Rubina Bergauer)
Blick auf den Letzehof.
Blick auf den Letzehof.(Bild: Rubina Bergauer)

Auf historischen Wegen unterwegs
Historische Hohlwege führen durch das Gebiet hinauf zur St. Johanneskirche und zum Stadtschrofen. Die Route ist sehr gut ausgeschildert. Vom Pavillon geht es hangaufwärts durch eine artenreiche Streuobstwiese bis zur Duxgasse. Der Blick zurück durch die Zweige der alten Obstbäume fällt auf die Schattenburg. Etwas steiler folgt man nun dem tief eingeschnittenen Hohlweg, der bis 1540 die Landstraße nach Frastanz/Bludenz war. Immer noch sichtbar sind die offenen Wasserfassungen entlang der Strecke, die der Wasserversorgung für den Ortsteil Heilig Kreuz/Illbruck dienten. Am Ende der Duxgasse hält man sich links und passiert den sogenannten Letzehof, der heute als buddhistisches Zentrum dient.

Das erste buddhistische Kloster Österreichs
Ursprünglich war das Gebiet Teil einer ausgedehnten Waldung. Der Feldkircher Johann Zimmermann kaufte im 19. Jahrhundert einen Teil davon und errichtete zwischen 1807 und 1809 den Letzehof. Rund um das Anwesen legte er eine große Obstkultur an. Später ging der Hof an die Unternehmerfamilie Getzner über und blieb über Generationen in deren Besitz. Eine entscheidende Wende nahm die Geschichte des Letzehofs im Jahr 1980, als Helmut Gaßner das Anwesen erbte. Als Anhänger des tibetischen Buddhismus stellte er die Gebäude und das Gelände tibetischen Mönchen zur Verfügung. Bereits 1981 gründete der aus Tibet stammende Gelehrte und Mönch Geshe Rabten auf dem Letzehof ein Kloster. Damit entstand hier das erste buddhistische Kloster Österreichs.

Klappertopf

Der Klappertopf gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse und ist auf artenreichen Wiesen, Weiden und Magerstandorten weit verbreitet. Charakteristisch sind seine gelben, zweilippigen Blüten, die je nach Art von Mai bis August erscheinen. Seinen Namen verdankt der Klappertopf den reifen Samen, die sich in den trockenen Fruchtkapseln befinden und bei Wind oder Bewegung hörbar klappern. Eine Besonderheit der Pflanze ist ihre halbparasitäre Lebensweise. Zwar betreibt der Klappertopf selbst Photosynthese, entzieht jedoch mit speziellen Saugorganen den Wurzeln benachbarter Gräser und anderer Pflanzen zusätzlich Wasser und Nährstoffe. Dadurch schwächt er besonders konkurrenzstarke Gräser und schafft Raum für eine größere Artenvielfalt. Aus diesem Grund gilt der Klappertopf als wichtige Schlüsselpflanze im Naturschutz und wird auch zur Aufwertung von Blumenwiesen eingesetzt. In Mitteleuropa kommen mehrere Arten vor, darunter der Große Klappertopf und der Kleine Klappertopf sowie der Zottige Klappertopf. Letzterer ist an seinen dicht behaarten – also „zottigen“ – Hochblättern zu erkennen, die die gelben Blüten umgeben. Die Blüten dieser Art besitzen zudem meist violette bis purpurbraune Zähnchen an der Oberlippe, was sie von anderen Klappertöpfen unterscheidet. Die einjährige Pflanze vermehrt sich ausschließlich über Samen und ist daher auf regelmäßige Aussaat und geeignete Standortbedingungen angewiesen. 

Der Klappertopf
Der Klappertopf(Bild: Rubina Bergauer)

Philosophischer Assistent des Dalai Lama
Geshe Rabten war eine bedeutende Persönlichkeit des tibetischen Buddhismus. Er wirkte unter anderem als philosophischer Assistent des Dalai Lama und gehörte zu den ersten tibetischen Lehrern, die den Buddhismus systematisch nach Europa brachten. Der Letzehof wurde Teil eines internationalen Netzwerks buddhistischer Zentren, das von der Schweiz über Deutschland bis nach Italien reicht. Heute ist das Anwesen, das sich bereits in der Gemeinde Frastanz befindet, ein beliebter Ruhe- und Kraftort. Ein Meditations- und Gebetsraum steht untertags für alle offen.

Nach dem Letzehof orientiert man sich an den Wegweisern in Richtung Stadtschrofen. Noch kurz geht es durch den Wald und dann ist das Ziel erreicht. Vom Stadtschrofen bietet sich ein toller Ausblick auf Feldkirch und weit hinaus bis über die Schweizer Grenze. Auf dem Weg retour hält man sich an die Hinweisschilder „Feldkirch Stadtmitte“.

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