Verschollener Khamenei

USA: Mullah-Anführer ist „zunehmend involviert“

Außenpolitik
02.06.2026 20:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der oberste Führer des Iran bringt sich nach Einschätzung der USA immer mehr in die Amtsgeschäfte ein. Mojtaba Khamenei kommuniziert offenbar auf altertümliche Weise und hält sich weiterhin versteckt. US-Präsident Donald Trump leugnete derweil, dass der Iran die Verhandlungen abgebrochen hätte ...

„Es gibt Hinweise darauf, dass er sich auf einer bestimmten Ebene zunehmend engagiert, obwohl die gesamte Kommunikation schriftlich und über Dritte läuft“, sagte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats.

Mullah-Anführer seit Angriff verschollen
Mojtaba Khamenei war nach Angaben der iranischen Regierung am ersten Tag der Angriffe der USA und Israels am 28. Februar verletzt worden, trug aber demnach nur „oberflächliche Wunden“ davon. Sein Vater Ayatollah Ali Khamenei wurde dagegen getötet. Seitdem war Mojtaba Khamenei nicht mehr öffentlich aufgetreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand genährt hatte. Am 8. März wurde er zum Nachfolger seines Vaters im Amt des obersten Führers des Iran ernannt.

Zu den ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Verlängerung der Waffenruhe und ein dauerhaftes Ende der Kämpfe sagte Rubio, Teheran müsse sein Atomprogramm stark einschränken und die Straße von Hormuz „ohne Gebühren“ öffnen. Eine Einigung könne „heute passieren, morgen oder nächste Woche“.

Er hoffe auf eine Verständigung. In diesem Fall sei auch eine Abschwächung der Sanktionen möglich. Rubios Angaben zufolge hat die US-Armee in dem Krieg ihre Ziele „weitgehend“ erreicht, nämlich die Reduzierung der militärischen Kapazitäten des Iran. Der Iran habe aber „noch immer viele Drohnen“, sagte Rubio.

Trump widerspricht iranischen Darstellungen
Unterdessen widersprach US-Präsident Donald Trump Angaben, der Iran habe den Kontakt mit den USA angesichts des israelischen Militäreinsatzes im Libanon abgebrochen. Es fänden „ständig“ Gespräche statt, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social am Dienstag. Wohin die Verhandlungen führten, „weiß man nie, aber ich habe dem Iran gesagt: Es ist für dich an der Zeit, einen Deal zu machen, so oder so!“, fügte Trump hinzu.

Vor Trumps Post hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtet, seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt. Bereits am Montag hatte die iranische Agentur Tasnim ähnlich berichtet und das Ende der indirekten Verhandlungen mit dem andauernden Krieg Israels gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon begründet. Am Montag hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt.

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