Vorarlbergs Grünen ist der Wohnungsleerstand im Ländle ein Dorn im Auge. Sie sind überzeugt, dass mit den richtigen Maßnahmen viel Wohnraum aktiviert und schließlich vermietet werden könnte.
Seitdem die Preise für Wohnraum sowohl im Miet- als auch im Eigentumssektor vor Jahren gewaltig in die Höhe geschnellt sind, wird der Leerstand zunehmend zu Problem und Chance zugleich. Laut Erhebungen sollen mehrere tausend Objekte in Vorarlberg leerstehen – das Potenzial ist also groß. Doch es scheitert dann an der Vermietung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Viele Wohnungen und Häuser sind sanierungsbedürftig, die Eigentümer scheuen vor den baulichen Maßnahmen zurück. Andere wiederum haben Angst, durch ein Mietverhältnis ewig gebunden zu sein. Und schließlich gibt es nicht wenige, die in einer Erbengemeinschaft stecken, in der man sich nicht auf das weitere Vorgehen einigen kann.
Die Grünen fordern daher mehr Unterstützung für die Eigentümer leerstehender Objekte. „Wir müssen den Eigentümerinnen und Eigentümern ein Paket in die Hand geben, das ihnen die Sicherheit gibt, sorgenlos sanieren und vermieten zu können“, erklärt der grüne Wohnbausprecher Bernie Weber. Er schlägt vor, das Projekt „Sicher vermieten“, mit dem Eigentümerinnen und Eigentümer von leerstehenden Wohnraum bereits jetzt bei der Vermietung der Wohnungen unterstützt werden, zu einem umfassenderen Paket weiterzuentwickeln.
Sanierungspool bilden
Konkret fordert er eine „praxistaugliche Fachberatung“ über bauliche Maßnahmen, verfügbare Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten, um eine Wohnung wieder bewohnbar zu machen. So könnten Hürden und Bedenken bezüglich einer Vermietung aus dem Weg geräumt werden, meint er. Zudem müsse ein Finanzierungsmodell für Sanierungsmaßnahmen entwickelt werden. Über zweckgebundene Kredite mit Mietzession ließe sich der Sanierungsaufwand so strukturieren, dass sich dieser über die laufenden Mieteinnahmen trägt, ist er überzeugt. Kombiniert werden sollte das mit Sanierungsförderungen, die auf die Aktivierung von Leerstand ausgerichtet sind. Außerdem schlägt Weber vor, einen Pool aus Vorarlberger Bau- und Sanierungsfachbetrieben zu etablieren, um Sanierungen leerstehender Wohnungen und Gebäude zu definierten Standards durchzuführen. „Damit aktivieren wir Leerstand und stärken die regionale Wertschöpfung“, führt Weber aus.
Er meint, dass ein solches „Rundum-sorglos-Paket“ Eigentümern den nötigen Mut geben könnte, um das eigene Wohnobjekt wieder auf Vordermann zu bringen und schließlich dem Markt zuzuführen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.