Nächster Paukenschlag in Großbritannien nach der Festnahme von Ex-Prinz Andrew: Medienberichten zufolge wurde der hochrangige, frühere Minister Peter Mandelson festgenommen. Der Haftgrund ist derselbe wie bei dem gefallenen Royal ...
Peter Mandelson bekleidete unter Tony Blair bereits das Ministeramt für Handel und Industrie, von 2004 bis 2008 war der Labour-Politiker Handelskommissar in der Europäischen Kommission. Anschließend war er unter Premierminister Gordon Brown von 2008 bis 2010 erneut britischer Wirtschaftsminister. Der amtierende britische Premier Keir Starmer machte den 72-Jährigen, der auch britischer Botschafter in den USA war, zu seinem Stabschef.
Anfang Februar 2026 folgte der Rücktritt
Allerdings kamen bereits im September 2025 erste Vorwürfe auf, dass Mandelson engen Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt habe. Der Verdacht hielt sich hartnäckig und wurde von neu veröffentlichten Akten auch untermauert. Anfang des Monats zog sich Mandelson daher aus der Politik zurück, erklärte seinen Parteiaustritt und den Rücktritt von sämtlichen politischen Ämtern.
Am Montagabend berichteten britische Medien, dass Mandelson festgenommen wurde, unter demselben Vorhalt wie der gefallene Prinz Andrew: „Suspicion of misconduct in public office“ – also Amtsmissbrauch. Die Polizei bestätigte die Festnahme eines „72-jährigen Mannes an einer Adresse in Camden“, allerdings ohne den Namen zu nennen. Der Verdächtige sei zur Vernehmung auf dein Polizeirevier gebracht worden, an seinem Wohnsitz würden weitere Durchsuchungen laufen.
Hintergrund der Festnahme sind die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. Daraus scheint hervorzugehen, dass Mandelson nicht nur enger mit dem US-Multimillionär Epstein verbandelt war als bisher bekannt, sondern diesem auch sensible Regierungsinformationen während der Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte. Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben.
Die Verstrickung Mandelsons in die Epstein-Affäre macht einmal mehr deutlich, wie viele hochrangige Politiker und Wirtschaftspersönlichkeiten in das Netzwerk des Sexualstraftäters und mutmaßlichen Menschenhändlers Epstein involviert waren. Epstein war im August 2019 tot in seiner Zelle gefunden worden, er soll Suizid begangen haben.
Druck auf Starmer dürfte steigen
Durch die Festnahme dürfte der politische Druck auf den britischen Premier Keir Starmer zunehmen, der Mandelson zum Botschafter ernannt hatte. Mandelson galt jahrelang als graue Eminenz der Labour Party. Mehrmals musste er wegen Skandalen zurücktreten, kam aber wieder zurück. Er hatte mehrere Ministerposten inne, war Mitglied des Oberhauses und auch EU-Kommissar. Erst kürzlich legte er sein Mandat im House of Lords zurück und trat auch aus der Labour Party aus.
Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei den früheren britischen Prinzen Andrew wegen dessen Verbindung zu Epstein festgenommen. Am Wochenende wurden auf königlichen Anwesen Hausdurchsuchungen durchgeführt, die auch am Montag fortgesetzt werden sollten. Wie Mandelson wird auch Andrew Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Er soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter Informationen an den US-Finanzier Epstein weitergeleitet haben.
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