GUTEN MORGEN

Hopperdatschig | Tonnenschweres ÖVP-Taferl

Hopperdatschig. Der Countdown für die 13 gestern in die Finalrunde aufgenommenen Kandidaten läuft: Nur noch elf Tage – dann wird der neue ORF-Generaldirektor für die Zeit von Jänner 2027 bis Dezember 2031 bestellt sein. Noch ist er also nicht gewählt, aber bestimmt soll er bereits seit Wochen sein: Alle Spatzen pfeifen es vom Dach, dass der bisherige Geschäftsführer der Austria Presse Agentur, Clemens Pig, von Kanzlers Gnaden künftig den ORF führen soll. Diese nun schon viele Tage kursierende Annahme wurde vom Bundeskanzler nie dementiert, gleichzeitig vom ÖVP-Generalsekretär und Mediensprecher hopperdatschig, also ungeschickt, indirekt bestätigt.

Tonnenschweres ÖVP-Taferl. Nun fragen sich viele, was sich die ÖVP davon verspricht, wenn sie sich auf einen Kandidaten – ob nun qualifiziert oder nicht – festlegt. Gerade in der Volkspartei selbst zerbricht man sich darüber den Kopf. Und was man sich vor allem auch fragt: Wie sehr will man dem Kandidaten Pig noch schaden, wenn man kein Wort der Distanz findet? Wenn man nicht dazu bereit ist, sich ganz klar zu einem objektiven und fairen Auswahlverfahren ohne politische Einflussnahme zu bekennen. Was wird nach dem üblen Schauspiel bleiben, wenn Clemens Pig tatsächlich vom Stiftungsrat „gewählt“ wird? Ein Generaldirektor mit einem tonnenschweren ÖVP-Taferl um den Hals. Manche meinen, genau das wolle die Kanzlerpartei: einen belasteten, geschwächten ORF-General. Nun warten wir auf ein Dementi…

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