Auch die Kärntner Exporte leiden unter der schwierigen Wirtschaftslage und den Abhängigkeiten, die sich über die Jahre gebildet haben. Firmen müssen daher neue Märkte finden, um zu bestehen.
Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine-Krieg führen zu Spannungen in der geopolitischen Lage – das schlägt sich auch in der Weltwirtschaft nieder. Der Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten (WK), Jürgen Mandl, schaut den momentanen Entwicklungen – auch wachsenden Handelsbarrieren – trübe entgegen.
60 Prozent der Bruttowertschöpfung
„Einerseits gibt es große Abhängigkeiten zu Märkten wie China, den USA oder Deutschland“, erklärt Mandl. „Andererseits stellt sich die Frage: Wo darf ich überhaupt noch hinliefern?“ Mit 60 Prozent der Bruttowertschöpfung sind Exporte für die Kärntner Wirtschaft ausschlaggebend. „Deswegen kann der Zusammenbruch der internationalen Liefer- und Wertschöpfungsketten zu ernsthaften Problemen führen“, so Mandl. „Wir müssen uns gegen diese Risiken absichern, neue Märkte finden.“
Die ersten Monate 2026 waren stagnierend. Vielleicht gelingt bis zum Jahresende ein Ausgleich.
Jürgen Mandl, Präsident Wirtschaftskammer Kärnten
Um die Kärntner Firmen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, wurde auch heuer der Exporttag veranstaltet – langjähriger Partner ist die Raiffeisen Landesbank Kärnten. „Die Zukunft gehört jenen, die nicht auf bessere Rahmenbedingungen warten, sondern jetzt handeln“, appelliert Vorstandssprecher Manfred Wilhelmer. „Die 2800 exportorientierten Unternehmen schaffen so 70.000 Arbeitsplätze.“
Exporte bringen Wachstum und Innovation. Es geht aber auch um unsere Versorgungssicherheit.
Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher Raiffeisen Landesbank Kärnten
Chancen durch Abkommen
Eine positive Entwicklung sehen die Experten bei Handelsabkommen – besonders mit Kanada oder den Mercosur-Staaten. „Nach Kanada sind die Exporte zwischen 2016 und 2023 um 70 Prozent gestiegen. Bei Mercosur beginnt die Entwicklung langsam“, so Mandl. „Aber wir müssen auch unsere Hausaufgaben machen: bei Energie, Bürokratie und Demografie.“
Beim Exporttag selbst ging es aber um ganz konkrete Fragen wie: „Wie kann ich wachsen?“ Dafür standen den gut 300 Gästen Experten der Wirtschaftskammer zur Verfügung. „Wir wollen verschiedene Wege aufzeigen. Firmen sollen es wagen, international aktiv zu sein“, ermutigt Hemma Kircher-Schneider, WK Kärnten, Kärntner Firmen.
Katharina Schrinko/Felix Justich
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