Gen Z trifft auf Silent Generation und Babyboomer: Mit ihrer „Aktivierungsbox Alma“ zaubern Studierende der Uni Liechtenstein Bewohnern des Jesuheims in Lochau (Vorarlberg) ein Lächeln ins Gesicht und motivieren sie zum Singen, Fühlen und Erzählen. Eine Geschichte, die Herzen berührt und Freude schenkt.
Wenn Clarissa Rixmann aus Bregenz von ihrem Studienprojekt erzählt, wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um ein Uni-Projekt. Es geht um Herzblut, um Zeit und Menschlichkeit. Die Idee entstand im Rahmen des Uni-Fachs „Pro Bono“. Der eigentliche Anstoß war allerdings ein sehr persönlicher: „Meine Oma hat viele Jahre in diesem Heim gelebt. Und ich habe im Rahmen eines schulischen Public Service viel Zeit hier verbracht. Man merkt sofort, wie sehr sich die Bewohnerinnen und Bewohner freuen, wenn jemand da ist.“ Ein Lächeln, ein Gespräch oder ein gemeinsames Spiel – oftmals sind es die kleinen Dinge oder Aufmerksamkeiten, die den Pflegeheimbewohnern sehr viel bedeuten.
Wir wollen im Rahmen unseres Studienprojekts zeigen, wie wichtig es ist, ältere Menschen wahrzunehmen.

Clarissa Rixmann, Uni Liechtenstein
Bild: Harald Küng
Kleine Kisten, große Effekte
Vor diesem Hintergrund entwickelte die 19-Jährige gemeinsam mit ihrem Team die „Aktivierungsbox Alma“. Aus einer Aktivierungsbox wurden inzwischen fünf, welche, praktisch verstaut in einem kleinen Wagen, immer und überall einsatzbereit sind. Diese Boxen stecken voller Leben: Bewegungsübungen für Körper und Gleichgewicht, Fühl- und Riechspiele für die Sinne, Karten für Gespräche und Erinnerungen.
Auch Musik ist dabei! So wird aus einer einfachen Holzbox ein spannendes Erlebnis auf vier Rädern. Im Jesuheim werden die Aktivierungsboxen seit einiger Zeit im Alltag getestet. Der Aktivitätenbeauftragte Necip Arslantas, der die Studierenden begleitete, ist voller Begeisterung: „Alles ist kompakt, griffbereit und spricht die Sinne an. Es ist wirklich toll, was diese jungen Menschen hier geleistet haben!“
„Es ist einfach wunderbar“
Bemerkenswert ist vor allem die Wirkung auf die Bewohner. So berichtet die über 90-jährige Christine Zangerle begeistert von ihrer Lieblingsbeschäftigung: „Die Fühlbox – die ist sehr spannend! Das würde ich gerne länger machen.“ Die teils moderne Technik, wie zum Beispiel der Einsatz von QR-Codes, ist für sie jedoch noch ungewohnt. Beim Musikangebot fragt sie deshalb lachend: „Gibt’s das auch auf Kassetten?“
Am meisten beeindruckt zeigt sich die rüstige und humorvolle Dame vom Engagement der jungen Menschen. „Das ist einfach wunderbar. Ich bewundere euch.“ Ein tolles Feedback, das die Studierenden zusätzlich motiviert: „Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, ältere Menschen wahrzunehmen“, betont Clarissa.
Ein Projekt, das Schule machen könnte
Die Idee hat Zukunft. Das Konzept ist digital dokumentiert und lässt sich gegebenenfalls leicht vervielfältigen. Gleichzeitig setzen Clarissa und ihr Team auf Qualität: Die Materialien stammen bewusst aus der Region, sind nachhaltig und hochwertig. „An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Jesuheim und alle Sponsoren für die tolle Unterstützung!“
Der Grundstein für ein Start-up mit hoher sozialer Kompetenz ist gelegt. Weitere Einrichtungen könnten folgen – als Studienprojekt der Universität Liechtenstein vielleicht sogar bald auch über die Landesgrenzen hinaus. Um es mit den Worten Christine Zangerles zu sagen: „Chapeau!“
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