Eine am Sonntag zu Ende gegangene kulturpolitische Posse könnte der SPÖ ein paar Antworten zu den Gründen ihres steten Niedergangs geliefert haben. Fragen sich doch führende Sozialdemokraten seit einigen Jahren öffentlich und öfter beim Edelitaliener zwischen Pasta und Kalbsfilet mit treuherziger Verwunderung, warum sie bei den einstigen Arbeitern nicht mehr ankommen. Und warum sich Menschen, die es im Leben nicht so gut getroffen haben, scharenweise von ihnen abwenden.
Dabei muss man sich nur einmal ansehen, womit man sich in der einstigen Arbeiterpartei zuletzt intensiv beschäftigt hat. Da waren die unter personeller Oberhoheit der Wiener Rathaus-SPÖ stehenden Wiener Festwochen etwa tagelang mit dem Auftritt des für seine ultrakonservativen Ansichten bekannten US-Milliardärs Peter Thiel ausgelastet. Die mit 15 Millionen Euro subventionierten Festwochen hatten mit Billigmut eine Provokation geplant, von der niemand etwas hat. Wenn man von ein paar Leuten absieht, die den kulturpolitischen Führungskreisen der Sozialdemokratie nahestehen. Es könnte sich lohnen, zu schauen, was da an Honoraren so an wen abfällt.
Unter dem Titel der Freiheit der Kunst hatte man also den ultrarechten Trump-Freund Thiel eingeladen und feig wieder ausgeladen. Viel dümmer und jämmerlicher geht es nicht.
Kickl dankt. Das sei hier nur notiert für den Fall, dass von der SPÖ wieder wer fragen sollte, warum es mit der Partei bergab geht.
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