Westlicht-Jubiläum

Die Macht der Menschen in Fotoporträts gebannt

Kultur
31.05.2026 13:02

25 Jahre Westlicht: Mit eindrücklichen Porträts der Mächtigen, Bedeutenden und Schönen der Welt, geschossen von Fotostar Platon, feiert die Wiener Fotoinstitution Geburtstag.

Einen Funken Wahrheit zu finden, hinter den Gesichtern, die unsere Welt und unser Leben beherrschen -das hat sich der Fotograf Platon mit seinen analogen Fotos zum Ziel gemacht. So wie auch das 2001 von Peter Coeln ins Leben gerufene Westlicht über ein Vierteljahrhundert mit seinen vielen Ausstellungen mit Fotografie von Kunst bis Reportage aufmerksamer, tiefer und inspirierter in die Welt schauen lässt.

Muhammad Alis letzter Sieg, Beatles-Fan Putin
„Es ist nicht meine Aufgabe zu verurteilen“, sagt der charismatische, in London geborene Platon anlässlich der Eröffnung von„Platon – People Power“ im Westlicht. Und meint seine Bilder von Diktatoren und Autokraten wie Putin, Gaddafi oder Trump.

Pussy Riot
Pussy Riot(Bild: Westlicht/Platon)
Wladimir Putin
Wladimir Putin(Bild: Westlicht/Platon)
Arnold Schwarzenegger
Arnold Schwarzenegger(Bild: Platon)
Adele
Adele(Bild: © Platon)
Donald Trump
Donald Trump(Bild: Westlicht/Platon)
Prince
Prince(Bild: Westlicht/Platon)

Platon weiß aber nicht nur mit seinen Fotos zu erzählen, sondern auch brillant Geschichten dahinter zu berichten. Etwa, wie zwei Pussy-Riot-Aktivistinnen kurz nach ihrer Entlassung aus dem sibirischen Arbeitslager zum Shooting kamen und sich ihr Markenzeichen, bunte Sturmhauben, schnell selbst schnitten. Stolz, ungebrochen, mit offenem Blick begrüßen sie jetzt beim Eintritt in die Ausstellung.

Präsident Wladimir Putin, der sie verfolgt, ins Internierungslager brachte, hängt ums Eck und scheint ebenfalls hinter einer Maske zu stecken. Zwei große Beatles-Fans trafen hier beim Shooting aufeinander, erinnert sich Platon. Doch nicht der Song „Back in the U.S.S.R.“, wie Platon frech fragte, sondern „Yesterday“, wohl als Reminiszenz auf den Verlust des Großreichs, ist Putins Lieblingssong.

„Es ist nicht mein Job, ihn zum Lachen zu bringen, denn dann wäre es Propaganda“, kommentiert Platon Putins kühlen, unnahbaren Blick. Sein Donald Trump schaut da schon einen Hauch verschmitzter. Die Geschichte hinter diesem Gesicht, was Muhammad Alis letzte Kampfpose vor dem Tod ist und wie Pamela Anderson ihren Babybauch hinter einer US-Flagge verbirgt, lässt sich bis 9. August erkunden und imaginieren.

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